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selbst den gesellschaftlichen Verpflichtungen der drei Herren kamsie davon nach. Von jenem Häuschen aus machten 1752 Ramlerund Langemack den Versuch zur Errichtung einer kleinen berlinerUniversität.*)
1753 und 1754 bot sich Ramler in geringer Entfernungvon Berlin die Aussicht auf eine bessere Versorgung dar. AmGymnasium zu Stettin war die früher von einem gewissenDensv bekleidete Professur für Beredsamkeit und Poesie er-ledigt. Ramler meldete sich zu derselben. Allein das Curato-rium zu Stettin und das Oberconsistorium zu Berlin vertheiltedie Arbeit und das Gehalt an die übrigen Professoren. AlsFriedrich dies erfuhr, befahl er durch eine Cabinetsordre dieWiederherstellung dieser Professur. Alle andern — so bemerkteer — sollten eher eingehen als diese. Aber auch in diesemFalle wurde die Absicht des Königs, welche stets auf die Ver-vollkommnung der deutschen Sprache gerichtet war, nicht erreicht.Dankelmann und Sack, der im Oberconsistorium saß, scheinendie Schuld davon zu tragen. Das Oberconsistorium wies Ramleran das Curatvrium. „Die Herren Curatores" aber waren derAnsicht, daß Ramler die Cabinetsordre des Königs veranlaßthabe. Sie beschlossen daher, ihn in keinem Falle zu wählen.Ramler versicherte seine Unschuld, konnte aber nichts mehr er-reichen.
Zu Anfange des siebenjährigen Krieges war Sack, undvielleicht seihst der Propst Süßmilch, Edelmanns Gegner, durchdie Siegespredigten der natürliche Führer der berliner Patrio-ten. Nach der Schlacht bei Roßbach schrieb Ramler: „Ich binlauter Ode. Auf den Sonntag höre ich unsern Sack und etlicheKanonen dazu." Am 11. Dezember 1757 hörte Ramler Sacks
*) Ankündigung eines Collegii der schönen Wissenschaften (vonRamler) und eines Collegii der Rechte (von Langemack), welche den16. April des jetzt laufenden Jahres ihren Anfang nehmen sollen.Berlin, gedruckt bey Chr. L. Knust. 1752. 4. 8 Seiten. Bergl. überden geringen Erfolg Ramlers mit No. 124 bezeichneten Brief an Gleim.