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Königs. Er verglich ihn mit Herkules und forderte die GöttinJuno auf, ihm den Nectar des Friedens nicht länger zu miß-gönnen. Allein nach der Schlacht bei Torgau kehrte Ramlerin einer von ihm erfundenen Schaumünze diesen Gedanken fastganz um. Zwar zeigte die äußere Seite derselben nur „desKönigs Bildniß nach Art der Alten mit einer Strahlenkronegekrönt." Die Strahlenkrone trug aber schon die Überschrift:„Friedrich der Preußen König nach zwölf vollbrachten Arbeitenein Gott." Die innere Seite der Schaumünze stellte den Her-kules in der Löwenhaut vor, „den seine zwölf Arbeiten unsterb-lich gemacht haben, und der jetzt von dem Adler Jupiters einenDonnerkeil empfängt. Seine bisher geführten Waffen, die Keuleund der Bogen und Köcher, liegen zu seinen Füßen." DieÜberschrift war: „Eine neue Reihe von Thaten fängt an." DieseSchaumünze wurde von Meil gezeichnet und vom StempelschneiderAbraham gestochen. Der Kupferstich schmückt die zweite Auflagejener ursprünglich zu Friedrichs Geburtstage 1760*) verfaßtenOde. Der Text blieb in der zweiten Auflage ebenso friedfertigals in der ersten.
Ein anderes Stück seiner Gelehrsamkeit legte Ramler 1760in der Ode auf ein Geschütz nieder. 1750 war im 8. Stückeder von Sulzer, Ramler und Langemack herausgegebenen kriti-schen Nachrichten der Kaiser Julian verherrlicht worden. Dar-über war der Hofprediger Sack sehr unzufrieden.**) Allein zehnJahre später wiederholte Ramler das Lob Julians in der Odeauf ein Geschütz. Nun tadelte ihn gar Nicolai deshalb, offen-bar, weil er die schwierige Stelle falsch verstand. Allein Ramlerthat den stolzen Ausspruch, er werde diese Worte nur tilgen,
*) 27. August 1760 schrieb Friedrich selbst an d'Argens, er solleherkulische Arbeiten verrichten.
Vergl. die wohl nicht zum Abdrucke gebrachte handschriftlicheEntgegnung auf jene Verherrlichung im I. Bande von RamlersBriefen an Gleim No. 86 und ebenda z. B. den Brief vom 8. August1750.