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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
Entstehung
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es von ihrer Giitigkeii, denn es ist ein offener Flecken wie Ostritz.Wir werden sie itzt aber noch besser begrüßen als dort, denn es gehet«in Bataillon dahin.

Mein Lebens-Lauf ist lang genug, und Sie werden ihn nicht sehrverlängern können, oder Sie werden sehr dichten müssen. MeineReise nach Pohlen geschah auf diese Weise: Ich ward 1738 aus Denne-mark, nach Dantzig auf Werbung commandirt. Nach vollendeter Wer-bung nahm ich Urlaub nach Hause zu gehen, weil ich 10 Meilen vonDantzig ein Gulh nahmens Ruschitz habe. Bei dieser Gelegenheitbesuchte ich meine Anverwandte, und unter andern 2 Schwestern diein pohlnisch Preußen wohnen. Ich besuchte auch mit diesen eine An-verwandte von mir, eine Frau von der Goltz, die in der Gegendwohnte, und verkuppelte mich mit ihrer Tochter, der in hertzbrechendemThon besungenen Willhelmine. Meine Schwiegermutter, die diesesvielleicht als ein Spiel der Jugend ansähe, aber mir doch gut war,und vielleicht glaubte, daß ich schon noch Fortune machen könte, wolledaß ich in Pohlen oder Sachsen bliebe, und schickte mich mit einemihrer Söhne nebst ein Haufen Recommendationen, an ihren Schwieger-sohn einen gewissen Grüszezinski, der Cammer-Herr und ein Kriegs-rath in Dresden war, wie auch mit Recommendationen an einen ge-wissen Bischof Grabowski, nach Fraustadt, wo eben der ganze sächsischeHos wegen des Lsnatus eoim: sich aufhielte. Ich lkam aber un-verrichteter Sache zurück, und mußte in dänischen Diensten bleiben,bis ich in Preußische kam. Ich hielte mich damals sehr unglücklichdaß ich meine Willhelmine, die wirklich sehr schön war, viel Verstandund Erziehung hatte, nicht bekommen konte, jetzo aber da ich alt werde,sehe ich dergleichen Dinge für Kindereyen an, und freue mich daß ichledig bin, und möchte Mordgeschichte auf mich schreiben, wie Sie aufdergleichen Helden geschrieben haben. W. dieser Umstand muß auchin meinem Leben wegbleiben. Man muß glauben das die Doris er-dichtet ist. Sie muffen mir nicht übel nehmen daß ich in meinem Lebens-laufe, einige meiner Anverwandten genant habe, und dieses ist, wennSie einmahl nach meinem Tode etwa in der Vorrede zu meinenKleinigkeiten an mein Leben gedenken selten, nicht nöthig wiederhohltzu werden. Ich schäme mich zu sehr damit Parade machen zu wollen,ob ich es gleich vielmehr könte, als 100 andere von, dennich habe wirklich ganz oanailleuss viele vornehme Anverwandte von