Buch 
Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
Entstehung
JPEG-Download
 

268

Es soll außer ihnen niemand wissen, daß ich sie gemacht habe. Viel-leicht mache ich etliche Dutzend, aber ich glaube fast in allen wirdKäse vorkommen, und dies wird lächerlich genug sein, nicht wahrmein Engel!

Schicken Sie mir doch ihr Gedicht auch.

Aus Kleist's Briefe Potsdam, den 15. April 1754.

«

Hier haben Sie noch einige Epigrammes, allein sie sind so dumm,wie ihr Verfasser, und dies sollen auch die letzten sein die ich ihnenschicke, ich will sie mit solchem Zeuge nicht mehr quälen. Ich bin garnicht zu dem Genre gemacht, ohngeachtet es mir leicht ist und ich michschon obligiren wolle, eine ziemliche Menge auszubrüten, aber guteauszubrüten getraue ich mir nicht!

Das Lob war nicht zu groß das mir die Welt beschicken;

Doch Gottsched tadelt mich. Nunmehr bin ich zufrieden.

Sie sehen daß dies nicht taugt, aber ich kan wahrhaftig auf Gott-sched nicht böse werden, daher kan ich auf ihn nichts gutes machen.

Die Schweitzer wagten sonst für Freiheit Gut und Blut,

Jtzt haben wenigstens noch ihre Berge Muth.

Denn die lassen keinen Feind heran. Allein wird man dies auch ohneLommentario verstehen!

Die schweitzerische Nachtigall.

Ein Dichter pries die Königin der BüscheDie holde Nachtigall.

Durch ihr entzückend ThongemischeSanft wiederholt vom WiederhallSprach er, wird Wald und Feld belebet.

Ein Schweizer kam hinzu und hörete das LobDoch wußt er nicht was man erhob.

Er dacht's zu treffen; rief: ja Kinder glaubt es mirEs ist ein unvergleichlich Thier.

Es reißt den Pflug den Berg hinan, und schreyt das alles bebet.