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ging ich nach Hause und schrieb in einem Augenblick diese Epigrammesauf, die aber außer Ihnen niemand lesen muß. Wenigstens mußniemand wissen, daß sie auf jemand in Ernst gemacht sind. Hierwürde man den Officier gleich kennen.
An den feigen und falschen Potius.
Du lästerst jeden, sprichst abwesend jeden Hohn,
Und meinst, dieß sey gescherzt; »
Ein blauer Rücken ist oft deiner Thaten Lohn.
Sey ehrlich Potius! wo nicht so sey beherzt!
An denselben als er sich auf die Vestungsbau-Kunst legte.
Der feige Potius fortificirt und spricht
Von Folard, Ptnsegue, von Widdern, Spieß und Lanzen,
Vom alt und neuen Krieg. Mich wundert dieses nicht,
Kein Mensch hat nöthiger, als er, sich zu verschanzen.
Potsdam, den 19. März 1754.
Zu Kleist's Briefe Potsdam, den 24. März 1754.
An den falschen Potius als er sich auf die Musik legte.
Ein jeder, der den Lästrer sieht, sagt ihm Kacophonien.
Er tröstet sich mit Arien in sanften Melodien.
Auf Bläfen — einen erzürnten Schweitzer.
Was hab ich Dir gethan? warum ergrimmst Du liebster Bläse?
Sieh her! (er sieht, und wird schon gut) sieh her! hier hast Du Käse.
Der Blumist und der Schweitzer.
Ein Blumen-Kenner pries der Blumen Schönheit sehr,
Ein Schweizer hört ihm zu, und rühmte sie noch mehr.
Durch sie, sprach ersterer, durch sie fühl ich mein Leben!
Ich auch, sprach letzterer, weil sie mir Käse geben.
Sie sehen woll daß diese Dinger nur flüchtig hingeschrieben sind.Bessern Sie sie doch aus, aber sagen Sie keinem Menschen was davon.