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Briefe der Elisabeth Charlotte von Orléans 1673 bis 1715 / Ausgewählt, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Ludwig Geiger
Entstehung
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Briefe der Elisabeth Charlotte von Orleans. 145

3tm Thür ist 1s ooiuts ä'ILu, ihr Neveu, des äuo äu Nainszweiter Sohn. Das 4te Contrefait ist des äuo äu Nainsältester Sohn, auch in L.raor. Auf der rechten Hand ist einKabinett Isiudiisss mit Marbeltafeln und drüber Spiegel in goldeneRahmen. In der zweiten Kammer ist ein Bett von gelben Tuchmit weißen Knopf brodiert und voller Eicheln und Festons. Aufjeder Thür inwendig sind Contrefaits, meine Tochter, der Herzogvon Lothringen, alle ihre Kinder, Paar und Paar. Hinter diesenAppartement sind Garderoben, zwei und ein Entresol. Auf derlinken Seite sind zwei Kammern, worinnen Madame d'OrlsansKinder zwei und zwei gemalt sind, auch alles lambrisiert. DasBett ist indianisch und die Stühl auch, die Tafel ist von demschönen Marbel, so man Griotte heißt, unter einem Spiegel. Hinterdiesem Appartement ist eine kleine Galerie und zwei Garderoben.Wenn man ins Holz geht, ist auf der Rechten ein Häuschen, wodie Küchen sind und Keller, wenn man dort speist. So ist t'Ltoil«,liebe Louise, wo ich Dienstag zu Mittag gegessen. Es war niemandan Tafel, als mein Sohn, seine Gemahlin, seine älteste Tochter,unsre Braut, ihre Hofmeisterin, meine drei Damen und Madameä'0rls»us äaias ä'atoui- ') und ich. Bis fünf habe ich auxaxiltou 2) spielen sehen, hernach bin ich bis um sieben spazierengegangen, alsdann wieder in Kutsch und hieher. Wie ich ange-kommen, habe ich die Frau von Rathsamshausen hier gefunden.Sie ist zwar noch sehr betrübt über ihren Bruder, ich suche dochalles hervor, um sie aufzumuntern, hat-doch gestern von Herzengelacht. Es ist ihr leid, daß ihr Schwester Gret Possen ange-fangen, aber sie gestehet selber, daß sie boshaft ist. Alleweil kommtman mir sagen, daß vouaz-H über ist. Mein Gott, wie hoheZeit wäre es, daß wir den lieben Frieden einmal hätten! Wiebin ich des Kriegs so müde! Aber Krieg oder Frieden, so werdeich Euch doch allezeit von Herzen lieb behalten.

An dieselbe.

(122) Versailles, 5. Juli 1710.

Diesen Abend um 5 wird die Versprechung und Kontrakt-unterschreibung in Königs Kabinett vor sich gehen und morgen elf

-) Hofdame, die die Toilette einer Prinzessin beaufsichtigt.

2 ) Ein Kartenspiel.

Touai, 1867 von den Franzosen erobert ward 1710 vonden Alliierten wieder genommen.

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