162 Briefe der Elisabeth Charlotte von Orlsans.
stehen können? Meine Hand kann vielleicht leslich sein, schön istsie aber ganz und gar nicht und kommt nicht bei der Eurige, dieeine rechte Kanzleischrift ist.
An die Kurfürstin Sophie.
(144) Versailles, 22. Sept. 1711..... Die Herren von der Akademie sind langsam in ihrer
Operation mit aller ihrer Vivazität. Man hat ihnen lange vor-geworfen, daß als sie ihr Diktionnär gemacht 20 Jahre aufdem Buchstaben Q geblieben sind, aber in Französisch lautet esviel possierlicher, nämlich daß msssisurs äo i'aoackewis paartairo lsur ckiotioimairs ötaisrck üsmsuräs 20 aas sur Is H.Ich Plage mich gar nicht mit dem, so ich nicht verstehe, ich thuemein Bestes Gott zu lieben, ihm auf meine Weise zu dienen undmeinen Nächsten so viel Gutes zu thun als bei mir steht, ehrlichund wohl nach meinem Stand zu leben, in was mir möglich istin Gottes Willen zu ergeben, und ihn in alles walten zu lassen.Weiler weiß noch begreife ich nichts, immer lustig sein ist schwer,wenn man keine lustige Gesellschaft hat, aber man kann wohldurch viel Amüsements sich hindern traurig zu sein, und dasthue ich auch.
An Louise.
(145) Marly, 31. Januari 1712.Ich habe heute Euren lieben Brief vom 19. empfangen, bin
recht froh, daß die kleine Bagatellen, so ich Euch zum Neujahrgeschickt, angenehm gewesen. Seid doch nicht in Sorgen für meinenBeutel! Solche Magnifizenz kann er gar wohl ertragen, der-gleichen Bagatellen gehen mir des Jahrs viel aus den Händen.Ich wußte nicht, ob Ihr eine Liebhaberin von dergleichen Baga-tellen wäret, aber weil das ist, kann ich, ohne mich zu ruinieren,mehrmal schicken. Ich meinte auch, daß man bei der FrankfurterMesst man die Hülle und die Fülle von dergleichen Sachen dortwürde gesunden haben, sollte mich doch freuen, wenn es Euch wasNeues wäre und Ihr dergleichen Schachtelcher nicht würdet zuFrankfurt gefunden haben. Was das Ringelchen anbelangt, schickteichs zum Possen, um Euch zu weisen, wie magnifik ich inEdelgesteine bin, wenn mein Enkel Ringe von 40 tausend Frankenam Finger trägt, und auch zu weisen, wie delikat man hier ein-