200 Briefe der Elisabeth Charlotte von Orlöans.
stand wie der Teufel. Aber ich glaube, daß er mit dieser Zuchteben nicht so unschuldig bleiben wird, als er nun ist, denn erwird so gehütet, daß man ihm weder mit Manns- noch Weibs-personen allein reden läßt. Man kann nicht mehr Politesse haben,als der Palatin von Lithuanie ^ hat. Monsieur Hagen weißauch gar wohl zu leben und scheint ein feiner Mann zu sein, ichfinde ihn verständig in allen Stücken, außer in der Religion, daist er blutseinfältig in. Er hätte gerne gehabt, daß ich seinemPrinzen zugesprochen hätte, allein ich habe ihm gesagt, daß dasPredigen den Weibern nicht zukommt und daß mich unser Herrzu keinem Apostel gesandt hätte, drum würde ich mit dem Prinzennie von Religion reden. Er hält noch fest wie eine Mauer undläßt sich nicht persuadieren. Man führte ihn vorgestern in die Vesper,er kam eben wie man einen Psalm in Musik sang, das hörte erzu, sobald die Musik aus war, lief er fort. Sobald ich Mon-sieur Hagen sehen werde, will ich ihm sagen, wieviel Gutes Ihrmir von seiner Frauen schreibt, das wird ihm gefallen, denn erhat sie herzlich lieb. Ich danke Euch sehr vor das Kupferstückvon König von England. Sollte ihm dieses gleichen, müßte erabscheulich verändert sein, ich finde kein einzig Linsament von ihm,und das Kupferstück gleicht in jung dem guten alten MonsieurPolier s. Und wie dieser König hier war, hat er ein schön Ge-sicht und gar keinen großen Mund; die Kinderblattern und Zeitmüssen I. M. sehr geändert haben. Er hatte mir durch Mon-sieur Martine sagen lassen, sobald er in England, wolle er mirschreiben chnd Kommerze mit Briefen mit mir haben. Gesternaber bringt mir Monsieur Prior einen Brief von seinem König,aber nicht von seiner Hand, sondern nur durch Sekretär. Dashatte ich nach Monsieur Martine Kompliment nicht erwartet, wennich aber denke, wie dieser König allezeit vor mir ist, so soll esmir doch nicht sehr Wunder nehmen. Er ist das Gegenspiel vonseiner Frau Mutter. Es mag gehen, wie es wolle, so werde ichmich doch allezeit erinnern, daß er m» taicko Sohn ist und ihmdeswegen alles Glück und Wohlfahrt wünschen, wie ichs ihm auchheute geschrieben. Die Prinzeß von Galles H jammert mich, dennum tuuts war noch ihr Trost. Mehr sag ich nichts, aber ich
') Litthaueu.
2 ) Wales, die geborene Prinzessin von Anspach. Ueber diean sie gerichteten Briefe vgl. die Einleitung.