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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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VIII
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Vorrede.

denn Häusser citirte sehr häufig aus der Erinnerung und impro-visirte selbst die Analysen großer Verhandlungen mit einer Treuezwar, die mich immer von Neuem sein bewunderungswürdiges Ge-dächtniß anstaunen ließ, aber doch nicht in einer Weise, die erselbst für drnckfertig gehalten haben würde. Hier war ich sehrhäufig genöthigt, auch über die allzu skizzenhaften Auszüge, diemeist aus Häusser's ersten Docentensemestern stammten, hinaus-zugehen.

Schließlich durften die wichtigeren Bereicherungen und Be-richtigungen nicht außer Acht bleiben, welche die neuere Forschungdeutscher und französischer Gelehrter seit 1860 zu Tage geförderthat. Häusser selbst hat noch auf dem Krankenbette aufs Gewissen-hafteste eine Menge Detailstudien nachgetragen, zu denen er wäh-rend seiner geradezu aufreibenden Doppelthätigkeit als akademischerLehrer und Führer der zweiten Kammer <186064, keine Zeitgefunden, und auf einem Zettel des Nachlasses steht noch eineAnzahl Werke, die er so sicher rechnete er auf Wiedergeuesung alsbis zum Sommer 1867 durchzusehen" bezeichnete. Diewichtigsten dieser 'Nachträge bezogen sich auf einen Theil der Vor-geschichte der Revolution, auf die Ereignisse vorn Juni bis Sep-tember 1792 und auf die Geschichte der Anfänge des Convents.Hiernach ist die Charakteristik des Ministeriums Turgot, die Ge-schichte des 20. Juni, des 10. August, der Scptemb<ertage,sowie eines Theils der Schreckenszeit, fast gänzlich umgearbeitetworden. Was die Vorgeschichte der Revolution angeht, so darf ichbemerken, daß Häusser den Nachlaß Tocqueville's nicht mehr benutzthat, während, wie sich von selbst versteht, das uiieien re^im« etIn rüvolutiou die gebührende Verwerthung gefunden hat.

Bei den sehr zahlreichen Ergänzungen der drei genanntenCategorien bin ich grundsätzlich so verfahren, daß ich dem Texteeinverleibte, was sich ihm ohne Beschwerde einfügen ließ, und ineiner Anmerkung unterbrachte, was dazu nicht geeignet war unddoch nicht fehlen sollte, weil es dem Leser zur Aufklärung oderAnregung diente. In letzterer Beziehung wurde namentlich Allesberücksichtigt, was die Zurechtweisung in der ungeheuren Literatur