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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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XVI
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XVI

Vorrede.

los wie das Andere, auch hier war Hausier fern von jeder kün-stelnden Koketterie und wer sich einer jener berühmten Tischredenerinnert, in denen Hausier mit Recht für unübertroffen galt, dererinnert sich sicher auch, wie ihr größter Reiz in dem Schmelz deseinfachen, aber empsindungswarmen Tones seiner Sprache bestand.

Wir nehmen Abschied von unseren Lesern, indem wir die we-nigen Worte hierhersetzen, mit welchen Hausier von seinen Zuhö-rern Abschied genommen hat. Wir benutzen zu dem Zweck dieauthentische Mittheilung, welche Herr Professor Wattenbach ge-legentlich eines Gedächtnißvortrags darüber gemacht hat und dieu. A. in Nr. 77. der Karlsruher Zeitung abgedruckt ist. Hienachführte Hausier aus, wie er, durch seine Krankheit zur Unterbrechungder Vortrage gezwungen, nicht den ganzen Stoff habe erschöpfenkönnen; doch das könne auch keine Vorlesung, Wohl aber das Urtheilschärfen und den Weg zeigen, das Gelernte zu verwerthen, undLiebe erwecken zur Nation, Anleitung geben zu eigenem Studium.Habe ich Das bei Ihnen erreicht, so habe ich meine Aufgabe er-füllt; und ich hoffe es. Anregung und Interesse an dem mächti-gen Gegenstand wollte ich in Ihnen erwecken, und in der Hoffnung,daß mir das gelungen Sie haben es mir durch Ihre Ausdauergezeigt scheide ich von Ihnen. Leben Sie Alle recht herzlichwohl! So schwer mir körperlich die Vorlesungen geworden sind,so habe ich doch, Sie können davon überzeugt sein, kaum je ineinem Semester so viel Trost und innere Befriedigung aus ihnenhinweggenommen, als in diesem; sie haben mich wieder in engereVerbindung mit meiner Wissenschaft gebracht, das ist mit meinerWelt. Und so sage ich Ihnen denn nochmals Allen ein herzlichesLebewohl!"

Heidelberg, Nov. 1867.

W. O.