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Einleitung. §. 4.
Hand einer der ersten Schönheiten der Provence, einer Castellane,sich als Vierzigjähriger Haus und Familie zu gründen. Er wareine typische Gestalt unter den Mirabeau's, ein Mann von ge-waltiger Körperkraft, eine noch im Alter stattliche Erscheinung, vonschlagfertiger scharfer Zunge, voin reizbarsten Ehrgefühl, furchtlosgegen Jedermann auf dem Schlachtfeld wie im Salon, ein strengerVater, vor dem die Kinder zitterten. Im Heere war er wohl be-kannt, ii est äs8 Lliradeaux, eo 8vnt tous äo8 <1iadl68, hießes hier. Dem König stellte ihn Bendome mit den Worten vor,er sei, seit die Franzosen Italien betreten hätten, nicht aus demHarnisch gekommen. „Oui, 8iis," setzte Mirabeau hinzu, „et siquittant leg ckeapoaux j'otais veuu ä 1a vour pa/oe gue1<xu6eatin, /aurai8 ou mou avaneemont et moin8 äs lllossurss."Der König wandte sich ab. „Ich hätte Dich kennen sollen," sagteBendome zu Mirabeau, „aber künftig werde ich Dich stets nurdem Feinde und nie wieder dem König vorführen."
Bei seinem Tode 1737 hinterließ er drei Söhne; Victor, denVater des großen Mirabeau, geb. 1715, Johann Anton, denMalteser, geb. 1717, und einen dritten, Ludwig Alexander, derfrüh gestorben und in der Geschichte der Familie nicht besondershervorgetreten ist. Der Malteser diente als Seemann seit 1730,wurde 1752 Gouverneur von Malta und zog sich später, über Zu-rücksetzung aufgebracht, aus dem Dienst zurück. Ein Mann vonhervorragenden Eigenschaften des Geistes und Gemüthes hatte ereine zärtliche Liebe zu seinem älteren Bruder, dein Marquis Victor,dessen innigster Vertrauter und wärmster Vertheidiger er stets ge-blieben ist.
Ein vollständiges Original war dieser Letztere, der Vater un-seres Mirabeau. Unter den Grundbesitzern der Provence einerder reichsten und begabtesten, hat er zuerst im Süden Frankreichsdie neuen phhsiokratischen Lehren praktisch angewendet und mitMirabeau'schem Fanatismus vertreten. Eine Schrift von ihm überdie Auflagen (tllöorie äs 1'impot) trug ihm 1760 eine kurzeHaft in Vincennes ein; eine große Anzahl ökonomistischer Schrif-ten, die er unter dem Namen ami äes Iiommos veröffentlichte,machten ihn weithin berühmt, daher die Bekanntschaften mit CarlFriedrich von Baden, Leopold von Toscana, Gustav III., und seinWirthschaftssystem konnte nach einer Seite hin wohl als ein Muster