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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Einleitung. H. 4.

abwarf — er schrieb ja auch nicht um der Ehre, sondern um desBrodes willen — sollte nicht lauge dauern.

Zu Pontarlier hatte man ihn wegen „Verführung und Ent-führung" in eoutumavmm zum Tode verurtheilt und da man ihnnicht hatte, einstweilen sein Bildniß an den Galgen angeschlagen— später sollte das Bild desselben Mannes die erste Zierde desPantheon werden — während die Entführte zu lebenslänglicherKerkerhaft verdammt wurde.

Der Vater bot Alles auf, den Sohn wieder in seine Gewaltzu bekommen, einmal fürchtete er noch immer, was er von jeherbefürchtet hatte und dann, daß es zu einer Scheidung zwischendem Sohn und der Schwiegertochter kommen würde, wobei danndie Vermögensauseinandersetzung leicht zum Nachtheil seines Hau-ses entschieden werden konnte.

Mit vieler Mühe und großen Kosten gelang es ihm endlich,nachdem er ein ganzes Netz von Spürhunden um ihn her aufge-stellt hatte, den in Amsterdam unter fremdem Namen lebendenGrafen zu entdecken und im Geheimniß seines Hauses zu belau-schen. Er verlangte und erhielt von den Generalstaaten die Aus-lieferung der verurtheilten Flüchtlinge «Mai 1777). Sie wurdein eines jener Klöster gesteckt, die zugleich als Strafanstalten fürFrauen benutzt wurden, er kam in den Thurm von Vincennes, imVergleich mit dein selbst die Bastille als ein unmuthiger Aufenthaltbetrachtet werden konnte: er fand dunkle, feuchte Kasematten, ohneLicht und Lebenslust und eine Tradition der Kerkermeisterei, dienicht unglücklich darüber war, wenn die Sträflinge zu Tode ge-quält wurden. Am 7. Juni kam Mirabeau hier an; 28 Jahrewar er alt, welch ein Stück Leben hatte er hinter sich und welcheine Zukunft that sich ihm hier auf! In dumpfe Kasematten warer eingesperrt, fern von jeder menschlichen Berührung; durch dasLoch, das man Thür nannte, wurde ihn: Nahrung hineingescho-ben, im klebrigen konnte er mit seinen Gedanken zu Rathe gehen,Bücher, Feder, Dinte u. s. w. wurde nicht gereicht. „Ich über-lasse es jedem Fühlenden," schreibt er einmal, „sich eine solche Lagezu denken, einsam diesen Eisenstangen gegenüber, ohne Zerstreuungirgend einer Art und die Länge von 24 tödtlichen Stunden, wennder Schmerz den Schlaf verscheucht, wenn man sich weder mit denLebenden noch mit den Todten unterhalten kann. Die Seele wi-