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Erster Abschnitt, tz. 5.
Stand in seinem Local, und begannen die Prüfung der Vollmach-ten, als ob es gar keinem Zweifel unterliegen könne, daß dies wiejedes andere Geschäft von jedem Stande abgesondert für sicherledigt werden müsse. Sie beriefen sich dabei auf die letztenReichstage von 1588 und 1614.
Der dritte Stand betrachtete es als ebenso selbstverständlich,daß gleich hier die gemeinsame Thätigkeit zu beginnen habe,wartete in dem ihm angewiesenen Raume, der zugleich als allge-meiner Versammlungsort bestimmt war, ein paar Stunden undging, als er nur 2 Uhr erfuhr, daß die anderen Stände getrennteBerathung wollten, für den nächsten Tag auseinander. Er ver-mied es sorgfältig, irgend eine Handlung für sich vorzunehmen,die auf Constitnirnng deutete und aus der sich ableiten ließ, daßer damit die Verhandlung in getrennten Ständen gutheißen wolle.
Am 7. Mai werden auf Mounier's Vorschlag die anderenStände privatim eingeladen zu kommen, weil Mirabeau erklärt,eine officielle Abordnung sei unmöglich, ehe ihre Vollmachten ge-prüft und die Constituirung erfolgt sei. Die Herren vom Adelund der Geistlichkeit kommen natürlich nicht, aber der dritte Standweicht auch nicht aus seiner Haltung. Am 11. Mai wählt der Cleruseoinmissnires eonviliutsurs zur Vermittlung, während der Adelsich als konstituirt betrachtet und für sich verfährt, als ob Nie-mand außer ihm auf der Welt wäre. Am 13. Mai schickt aucher eine Deputation, um dem dritten Stand seine Beschlüsse zueröffnen. Er solle auch Commissäre wählen, um der Prüfung derVollmachten beizuwohnen und dann die Berathungen zu beginnen— aber der dritte Stand rührt sich nicht.
Diese passive Haltung ist charakteristisch für die vorherrschendeStimmung dieser großen Versammlung.
Blau stellt sie sich leicht zu sehr nach der Analogie der späte-ren Versammlungen vor; man denkt an eine Auslese von heroi-schen, entschlossenen, ja extremen Köpfen, die von vornherein auf'sKühnste angelegt gewesen wären. Dem war nicht so. Wir wissentas aus unmittelbaren Zeugnissen jener Tage selbst, aus demKreise der Eingeweihtesten, die darin einig sind, daß diese Ver-sammlung von 557 Menschen eine Versammlung war wie jedeandere der Art, etwas Angreifbares von unermeßlichen innerenVerschiedenheiten, eine Masse von einem halben Tausend Män-