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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Prüfung der Vollmachten.

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niß über die wirkliche Lage täuschen. Ein paar Monate spätermußte er vor die Versammlung hintreten und Hunderte von Mil-lionen Anleihe bewilligt haben.

Prüfung der Vollmachten.

Die wichtigste Frage für die Zukunft der Regierung wie derStände war vorläufig die: Wie soll die Versammlung be-rathen?

Die Antwort auf diese Frage stand gesetzlich nur der Regie-rung zu. Machte sie nicht Gebrauch von diesem Recht, so hattesie sich der Revolution preisgegeben. Die 15 Jahre der Experi-mente drehten sich um nichts Anderes, als darum, ob sich mit denalten Ständen verhandeln lasse oder nicht? Weil sich mit ihnennicht verhandeln ließ, hatte man seine Zuflucht zu den Reichsstän-den genommen. Turgot, Necker, Calonne, Brienne, Alle warengescheitert an den Bevorrechteten, ob sie Parlamente, ob sie No-tabeln hießen oder wie sonst. Durch ihren Widerstand war dieMaschine schließlich in jenes Stocken gekommen, wo die Privilegir-ten Reichsstände verlangten, um die Krone zu unterwerfen, unddie Regierung sie gewährte, um die Privilegirten zu bändigen.Hätten Beide gewußt, was das hieß, die Haare hätten ihnen zuBerge gestanden.

Ließ nun der König berathen nach Ständen, so stimmten zweiStände gegen einen und die zwei wehrten Alles ab, was gegendie alte Ordnung ging. Es wiederholte sich dann in einem Kör-per von über 1100 Köpfen dasselbe Schauspiel, das man bisherin den Parlamenten und bei den Notabeln gesehen hatte.

Darum war es so erstaunlich naiv von der Regierung, einedoppelte Vertretung des dritten Standes anzuordnen und doch eineAbstimmung nach Ständen zu wünschen, wobei dann jeneDoppelzahl ganz werthlos war. Neberhaupt war es nicht Sacheder Regierung, zu wünschen, sondern zu befehlen, sonst mußte siesich in Alles fügen, und das Letztere geschah denn auch.

Es begann die Verhandlung zur Prüfung der Vollmach-ten und der Wahlakten.

Gleich hier gingen die Wege der Stände weit auseinander.Am 6. Mai versammelten sich der Clerus und der Adel, jeder