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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Erster Abschnitt, tz. 5.

gegen die Regierung hinaus, worin es hieß: „Es ist also wahr,daß man, weit entfernt, die Ration zu befreien, nur darauf be-dacht ist, ihre Fesseln noch drückender zu machen! Daß manim Angesichte der versammelten Nation wagt, mit Hofbeschlüssenhervorzutreten, welche ihre geheiligtesten Rechte antasten, und daßman, um dem Hohn die Beleidigung hinzuzufügen, die unglaub-liche Verblendung hat, ihr diese That der Ministerwillkür wie einenBeweis zarter Fürsorge für ihr eignes Heil einreden zu wollen. —Jedermann weiß heute, daß solch falsche Schritte höchstens ausdem Ministerium kommen, daß der König daran unbetheiligtist. So wahr ist es, daß, während wir auf der einen Seite raschund entschieden der Weichheit zusteuern, wir auf der anderen nochtief in den Klammern des Despotismus stecken. — 25 MillionenStimmen verlangen Preßfreiheit, die Nation und der König ver-langen einstimmig das Zusammenwirken aller einsichtigen Geister,und nun, nachdem wir genarrt worden sind mit einer trügerischen,arglistigen Duldung, hat ein angeblich vvlksthümlichcs Ministeriumdie Stirn, unsere Gedanken zu versiegeln, der Lüge den Freihan-del zu gestatten und die unerläßliche Ausfuhr der Wahrheit alsSchmuggel zu verbieten."

In Versailles zitterte man. Mirabean's Blatt erschien unterverändertem Titel (Uettrvs ü um 8 oommbttnnts» weiter, aberwährend die Wähler der Stadt Paris eine Kundgebung zu seinenGunsten und der in ihm bedrohten Preßfreiheit veranstalteten,rührte sich in der Versammlung Niemand. Bei diesem erstenLebenszeichen stand Mirabean noch allein, von der Kühnheit, dieaus seinen Worten sprach, war die Versammlung noch weit ent-fernt; er weiß das sehr gut und schreibt einmal: „Kühne Anträgewagte ich nicht, denn ich war überzeugt, daß, wenn es ernst wurde,sie sich doch besonnen und mich in Stich gelassen haben würden.Darum warten wir ab." Charakteristisch ist übrigens an jenemBrief insbesondere die scharfe Unterscheidung, welche Mirabeanzwischen dem Ministerium und dem König macht; jenes stellter dem Hasse bloß, diesen will er als natürlichen Bundesgenossender Ratio» in Achtung erhalten.

Der Hader der Stände dauerte »»geschlichtet fort. Verschie-dene Vorschläge der Vermittlung werden gemacht, Mirabean erinnertdie Gemeinen, daß sie in ihrem guten Rechte seien, und Boissh