Buch 
Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
Entstehung
Seite
149
JPEG-Download
 

Hosintrigmn und Ministerwechsel.

149

Niemand, wie Kinder waren sie erst unüberlegt dreingefahrenund hatten sich nun aufs Schmollen geworfen, sie schlugen anfden Tisch, an dein sie sich gestoßen, waren mißvergnügt über Al-les und Alle, nur nicht über sich selbst.

Durch ganz Frankreich ging jetzt der Sturm einer Bewe-gung, deren die Versammlung vielleicht nicht mehr Meister ward.

„Unbeschreiblich", sagt eine Flugschrift der Zeit, „war diefieberhafte Erschütterung von der Paris erbebte, bei dem einenWort: der König hatAlles gestrichen. Nur eines Zeichensbedurfte es und der Bürgerkrieg brach aus. Alle Provinzen sindohne Handel und Wandel und fast ohne Brod, was kann manBesseres thun, als losschlagen, wenn man Hungers stirbt?"

In den Provinzen machte sich das Volk mobil; es sind injenen Tagen Hunderte von Adressen eingekommen, die nicht bloßin allgemeinen Redensarten, die immer wohlfeil sind, Diesund Jenes zur Verfügung stellten, sondern die anfragten, ob mannach Versailles marschiren sollte, um die bedrohten Abgeordnetenzu schützen?

Wenn die Versammlung nicht wollte, so mußte sie. — Paris,der riesenhafte Körper, fing in diesen Tagen an, seine, von Ver-sailles unabhängige, persönliche Politik geltend zu machen, und dasalte französische Heer war nicht mehr vorhanden. Das berühmteRegiment französischer Garden, gebildet aus der Auslese einhei-mischer Truppen, von fremden Elementen nicht berührt, in denkman gewohnt war, Alles was Ritterlichkeit und Heldenthum ent-fernt bedeutete, vereinigt zu sehen, dies Regiment war zu einerzügellosen Bande geworden, wo die Offiziere vor ihren Mann-schaften flüchten mußten.

Es fehlen in solchen Dingen nicht die kleinen, schmutzigenMittel, deren sich jede Revolution zu ihrer Propaganda bedient:freies Zechen, freies Essen u. s. w., aber thöricht ist es zu glau-ben, daß damit allein Etwas ausgerichtet werden kann. Wo ein

Einige Tage später: „Lassen Sie doch im Schlosse wissen, daß ich vielmehr sür als gegen sie gestimmt bin."

Am 13. Jnni war sein Vater gestorben nnd hatte ihm 50,080 FrancsRente hinterlassen; zum ersten Mal in seinein Leben hatte er ein zuverlässigesEinkommen. Dies überzeugte La Marck, daß es ihm nicht darum zu thunwar, sich zu verkaufen.