Großer Aufstand in Paris.
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durch die Straßen getragen wurden, während die Pöbelhaufenallerwärts die Waffenläden plünderten.
Unterdessen rückten die Truppen heran, einige Regimenternäherten sich dem Marsfeld und selbst den Tuilerien; sie campir-ten da, sichtbar bestimmt, jedes Weitergreifen des Tumultes mitblanker Waffe niederzuschlagen. Ueber den Charakter der Befehle,die sie aus Versailles hatten, sind die Angaben streitig.
In der Nähe des Beudömeplatzes kam es zum ersten Zusam-menstoß. Die ganze Haltung der bewaffneten Macht an diesemTage trug den Stempel der Halbheit und Schwäche des Hofes ansich. Napoleon hat nachher, als er den Aufstand vom Bendemiaireunterdrückte, die Bemerkung gemacht, in solchen Fällen müsse manerst scharf, dann könne man blind schießen, aber nicht umgekehrt.Für den, der in solcher Lage mit Gewalt durchgreifen will, istdies Recept sicher das allein richtige. Hier aber suchte man wie-der schonend das Aeußerste zu vermeiden und doch brauchte manGewalt genug, um die Gegner zu erbittern. Cs kam nur zu Schar-mützeln, bei denen Blut genug floß, um Alles zur äußersten Wuthzu entflammen, aber Nichts geschah, was irgend Jemanden einge-schüchtert hätte.
Der Tag verlief unter den peinlichsten Symptomen für dieSache der alten Monarchie, ihre Haltung ließ zweifelhaft, ob sieihren Mitteln nicht traute oder trotz des drohenden Anscheins dochkeine Gewalt anwenden wollte.
Am Abend des 12. Juli war Paris in einer Aufregung, dieuns alle Zeugen jeder Partcifarbe als ganz unermeßlich schildern.
Jene Hefe der Gesellschaft, die in ruhigen Tagen auf demGrund und Boden festsitzt, ohne sich zu rühren, war an die Ober-fläche gekommen. Verwegene Banden von Gesinde! aller Art, demes nicht um Freiheit und Menschenrechte, sondern um straflosePlünderung zu thun war, belagerten die besitzende Pariser Bürger-schaft gewissermaßen in ihrem eignen Hause. Der ruhige, anstän-dige Theil der Stadt war der Willkür der Mörder und Räuberpreisgegeben. Niemand konnte sie hindern, die Stadt anzuzünden,in die Läden einzubrechen, Privathäuser zu plündern und Wehrloseniederzumachen, und auch die Truppen hatten nur dazu beigetragen,jede Macht des Widerstandes gegen die Anarchie zu lahmen.
Die Lage und Stimmung aller Derer, die nur ein Mini-