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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Erster Abschnitt, tz. 5.

mum von Interesse an Besitz und Ruhe hegten, war verzweifelt.Nichts voll kriegsmnthigen heroischen Stimmungen war hier zufinden, es herrschte vielmehr eine Angst und ein Gefühl derVerlassenheit, die Alle empfinden ließ, was es heiße, plötzlich ausdem Zustand geregelter Ordnung auf das offene Meer der Anarchiehinauszutreiben.

Die bewaffnete Macht regte sich nicht mehr, die Regimenterzogen sich zurück in Folge höherer Befehle:*) man hatte also nochZündstoff in das Feuer hineingetragen und entfernte sich dann,ohne zu löschen.

So kam der Morgen des 13. Juli heran. Tausende in Pa-ris waren froh, diesen Morgen noch erlebt zu haben. Da regtesich der Gedanke, eine Autorität zu schaffen und einen bewaff-neten Selbstschutz für die besitzende und ruheliebende Classe derBürgerschaft zu organisiren.

Der Gedanke war schon ganz zu Anfang 1789 aufgetaucht,als bei einer Arbeiterempörnng das Haus eines Fabrikanten demo-lirt worden war. Jetzt, im Drang einer doppelten Noth vonAußen und von Innen kam er wieder und nahm bestimmte Um-risse an.

Aus dem Wahlmännercollegium kam der Entwurf zu einerBürgergarde, welche eine Sicherheitswache gegen die wildenPöbelrotten bilden und aus den 60 Sektionen der Stadt ausge-hoben auf die Stärke von gegen 50,000 Mann gebracht wer-den sollte.

Der Plan war sehr konservativer Natur, er war dem bessernTheil der Pariser von dem Trieb der Nothwehr eingegeben. Dieerste Bildung dieser Nationalgarde lag in allen Sektionen in denHänden der anständigen, wohlhabenden Bürger; das Proletariatder Vorstädte war absichtlich ausgeschlossen. Noch im Laufe desTages entstand mit der den Franzosen eignen Raschheit und Liebezu militärischem Thun eine achtungswerthe Waffenmacht, natürlichnicht regelrecht organisirt und bewaffnet, aber doch so gruppirtund geleitet, daß die wildesten Excesse abgewehrt werden konnten.

Mit Begeisterung und Feuereifer gingen die Pariser auf denneuen Gedanken ein; freilich konnten sie nicht hindern, daß auch

*» Gegen diese allere Auffassung f. Sybel I. 58. 3. Aufi.