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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Erster Abschnitt- §. 6 und 7.

eng zusammenwohnte, ermunterte ihn ein vive lo rvi! aber esfiel doch da und dort ein Schuß, dicht neben ihm.

So kam er nach dem Stadthaus, dort war jetzt der Thron.Da empfingen ihn fremde Gesichter, wilde Gestalten, tumnltuarischbewaffnet, sie kreuzten ihre Piken über seinem Kopf, um ihn zuehren und er erklärte mit Thränen im Auge: die Liebe seines Volkssei sein heißester Wunsch. Alles, was geschehen war, hieß er gut.

Der friedliche Anschein dieser und der nächsten Wochen täuschteMirabeau nicht. Er sagte zwei Monate später zu einem Höfling,der sein Freund war: „An was denken diese Leute? Sehen sienicht den Abgrund, der sich unter ihren Füßen aufthut? — Allesist verloren. Der König und die Königin werden darüber unter-gehen und Sie werden noch sehen, wie das Volk ihre Leichen überdas Pflaster schleifen wird — ja, ja, ihre Leichen wird man herumschleifen."

Damals lachte man über so schwarzsichtige Befürchtungen.

Seit dem 13. und 14. Juli stand Frankreich neu organisirtda. Das alte Heer war zersprengt, das alte Königthum von allseinen Organen verlassen, die neue Macht lag in den Händen derHauptstadt und an der Spitze dieser standen zwei Männer ausder Mitte der Nationalversammlung, Lafahette, den wir nach-her kennen lernen werden, als Befehlshaber der Nationalgarde,und Baillh, als Vorsteher des Gemeinderathes. Der Letztere,ein Gelehrter in des Wortes edelster Bedeutung, und dabei einliebenswürdiger, hochherziger Charakter, befand sich einer riesenhaf-ten Aufgabe gegenübergestellt, die selbst für einen Mirabeau nichtleicht gewesen wäre. Er, der sich bisher bloß mit Büchern undForschungen beschäftigt, fand sich zu entscheidender Wirksamkeit be-rufen auf einem Gebiete, das ihm bisher gänzlich fremd gebliebenwar und in einer Zeit, der eine so weich angelegte Natur aufdie Dauer nicht gewachsen war.

Die ersten blutigen Akte einer entsetzlichen Volksjustiz warenan Delaunah, Flesselles, Foulon und Berthier vollbracht.

Viele Tausende, die keine Ader von dem Wesen der späterenSchreckensmänner in sich hatten, waren mit Johannes v. Müllerder Meinung, um die Köpfe einiger Anhänger des Alten sei dieFreiheit nicht zu theuer erkauft. Aber sie war damit nicht erkauft.

Jenes dämonische Mißtrauen der Massen, das seinen Verdacht