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Erster Abschnitt. tz. 6 und 7.
Vorrechte, sei es in Veranlagung, sei es in Erhebung von Abga-ben genossen hätten, in Zukunft ohne Unterschied herangezogenwerden sollen und sodann, daß die Herrenrechte als eine „lästigeSteuer, welche den Ackerbau schädigt und das flache Land verödet",abgelöst werden sollen nach einem billigen Preismaße, welches dieNational-Versammlung in jeder Provinz nach den ihr von denSchuldnern gemachten Borschlägen festsetzen wird.
Also der Adel ging selbst voran irr dem Verzicht auf Rechte,die sich doch nicht mehr halten ließen. Zwei der größten und angese-hensten Familien, die Noailles und Aiguillon, opferten ihre bedeu-tenden Privilegien; die französische Eitelkeit spielte gewiß mit, aberes war auch Etwas von dem ritterlichen Wesen der Franzosendabei. „Mit unaussprechlicher Freude", sagt der amtliche Bericht,sei dieses Beispiel aufgenommen worden, aber in Fluß kam dieBewegung doch erst, als ein ländlicher Abgeordneter aus der Bre-tagne das Wort ergriff und für den geplagten Bauernstand dieAnerkennung der Menschenrechte verlangte. Er erklärte, die Na-tionalversammlung würde dein Brand der Schlösser zuvorgekom-men sein, wenn sie bei Zeiten den Inhalt der „infamen Perga-mente" der Lehensherren ablösbar gemacht hätte, erinnerte an dendie Menschheit beleidigenden Unfug, daß der Gutsherr noch seineBauern an den Karren spannen dürfe wie Hausthiere, und nö-thigen könne, zur Nachtzeit die Teiche zu peitschen, damit dieFrösche ihren wollüstigen Herren nicht den Schlaf stören. — „Einallgemeiner Schrei läßt sich vernehmen; Sie haben keinen Augen-blick zu verlieren; ein Tag Aufschub führt neue Brände herbei.Wollen Sie Ihre Gesetze erst einem verwüsteten Frankreich geben?"
Jetzt erhebt sich ein Enthusiasmus, der bald alle Dämmedurchbricht. Ein Antrag jagt den andern und die Aufregungwächst von Rede zu Rede.
Der Bischof von Ranch gibt dem Clerns das Beispiel derAufopferung seiner Feudalrechte, und kaum hat ein anderer Bi-schof, der von Chartres, die Aufhebung des Jagdrcchts verlangt,so erhebt sich der Adel, um dies Opfer sofort zu bringen. Derganze Clerns steht auf, um seine Beistimmung auszusprechen undes entsteht ein solcher Sturm von Beifall und Jubel, daß dieVerhandlung einige Zeit eingestellt werden muß.
Dann begann das Schauspiel von Neuem. Als der Adel