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Erster Abschnitt. K. 6 und 7.
nach Brod, zog vor die Bäckerläden und endlich nach dem Stadt-haus. Es wird immer schwer bleiben, zu ermitteln, ob dem Ge-schrei nach Brod wirkliche Noth zu Grunde lag oder ob das eineirgendwo ausgegebene Losung war. Das ist aber auch nicht ent-scheidend.
Ein anderer Hanfe kam gleichzeitig vom Palais Rohal undhier täuschen wir uns wohl nicht, wenn wir annehmen, daß derAnstoß vom Hauptquartier des Herzogs von Orleans ausging.Die sagten schon: „Die Aristokraten sind schuld, daß wir darbenund kein Brod haben, dafür müssen sie gezüchtigt werden."
So sammelten sich Zusammenrottungen in verschiedenenStadttheilen, alle mit dem Berlangen nach Brod.
Noch war der Kern der besitzenden Pariser Bevölkerung da-von unberührt, ja die Nationalgarde, die so schleunig und zahlreichzusammentrat, als das irgend zu erwarten war, machte sogleichFront gegen das unruhstiftende Gesinde!. Auch Lafahette war zei-tig bei der Hand. Da geschieht das Erste, was seine Stellung zuder Sache grell beleuchtet, er schickt nach Versailles und läßt denMinistern sagen, es drohe ein Anmarsch der Pariser auf Ver-sailles, man möge die Regierung und die Versammlungnach Paris verlegen. Dies verhängnißvolle Wort ist also nichtvon der Masse, sondern von Lafahette selber ausgegangen.
Nun wuchs der Sturm riesenhaft an; bald waren auch diePikenmänner den Haufen zugetreten und nach längerem Zu-warten erklärte Lafahette, um die Bewegung nicht ausarten zulassen, müsse er sich selbst an ihre Spitze stellen. Es mochte diesdas Richtige sein, das Bedenkliche bleibt, daß er schon am Morgendas Wort: „Fahrt nach Versailles" ausgesprochen hatte, das jetztdie Losung der Massen wurde. Er hat es eben geliebt, mit demAufstand zu kokettiren und aus den Verwickelungen, die dann ent-standen, sich durch Doppelzüngigkeit herauszureden. So auchhier. *-
Um Mittag wälzte sich lawinenartig wachsend ein Strom vonTausenden nach Versailles. Erst die Weiber unter Maillard'sFührung, dann die Gesellschaft vom Palais Rohal, die Proletarierder Vorstädte und zuletzt die Nationalgarde unter Lafahette. Der
q ^Hierüber vgl. subel I. Capitel.;