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Zweiter Abschnitt, tz. 8 und 9.
das er verpflichtet wird, und bei der Verwaltung der öffentlichenSache, die die seine ist. Wenn nicht, so ist es nicht wahr, daßalleMenschen gleich sind an Rechten, daß jederMenschBürger i st." Die Einwände fielen durch den Beschluß der Mehr-heit, aber die logische Conseguenz, zu welcher die äeslnrntwn äesäroits äs I'Iioiums berechtigte, war damit nicht geschlagen.
Die Wähler der Urversammlungen wählten die Wahlmännerder Departementsvertretung und für die Wählbarkeit in diese Ver-sammlung war die Steuerfähigkeit im Betrage eines lOtägigenArbeitslohnes vorgeschrieben. Dieser Census war illusorisch. That-sächlich verstand sich in der Regel von selbst, daß die Urwählernur vermögende Männer in die Dcpartementsversammlung wäh-len würden.
Die Wahlmänner, von denen aus lOO—150 Aktivbürger jeeiner kam, wählten die Abgeordneten zur Nationalversammlung.Hierzu war eine Mark Silbers als Steuer und irgend ein Grund-besitz nothwendig.
Abgesehen von diesem stufenweise ansteigenden Census warenalle übrigen Unterschiede aufgehoben; vor Allem ein großer Grund-satz aufgestellt, den wir hier nicht hätten erwarten sollten: dieGleichheit der Bekenntnisse. Keinen Unterschied zwischenKatholiken und Protestanten gab es mehr, auch den Juden wurdeGleichstellung verheißen und ein Jahr darauf auch wirklich gewährt.
Eintheilnug des Staatsgebietes. Die Gemeinden.
Das alte Frankreich war wunderlich gruppirt. Es gab Pro-vinzen mit geschichtlichen Rechten und alten Verfassungen, die ge-legentlich selbst gegen den König auf ihre „Capitulationen" pochten,mit Bevölkerungen, die die Mundart ihrer Nachbarn kaum ver-standen, und neben diesen historischen Grenzscheiden die bunteSprengeleintheilung der Gouvernements, der Generalitäten, derTiöcesen, der tmilluMS und 8sn«e1mus8SK u. s. w. Das Allesdurchkreuzte sich in der willkürlichsten und sinnlosesten Weise, bil-dete ein struppiges Chaos der verschiedenartigsten Verwaltungen.
Die Versuchung lag der Nationalversammlung nahe, hier mitden Wurzeln auszurotten und Lurch Gcwaltstreiche reinen Tischzu machen; nicht erst zu fragen, was ist vom Hergebrachten der