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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Zweiter Abschnitt. 8- 8 u. 9.

verdammt zur Unthätigkeit, denn die Versammlung wie der Hofwaren ihm gleichmäßig entglitten. Dieser einzige Mann, von demman fragen konnte, ob er im Stande gewesen wäre, die Revolu-tion zu bändigen, mußte fallen, nachdem er sich selbst überlebt.

In einer Sitzung des Hauses ertönte der Ruf: Mirabeauhat sich an den Hof verkauft. Ein Pamphlet wurde herum-geboten mit dem Titel: „Der Hochverrath des Grasen Mirabeauenthüllt."

Im Laufe seiner zweiten Rede über das Kriegs- und Friedens-recht des Königs kam er darauf zurück. Als ihm einer seinerFreunde das Pamphlet zeigte, hatte er gesagt: „Ich weiß genugdavon, man soll mich entweder im Triumph oder in Fetzen davontragen." In solchem Ton war auch die Erwiederung gehalten.

„Es ist ein seltsamer Aberwitz, sagte er, und eine traurigeVerblendung Männer auf einander zu hetzen, die ein und dasselbeZiel befreunden und zusammenhalten sollte. — Auch mich wollteman vor Kurzein im Triumph durch die Straßen tragen, und jetztrüst man in den Straßen: der große Verrath des Grafen Mirabeau.— Ich bedurfte dieser Lektion nicht, um zu wissen, wie wenigSchritte seien vom Capitel zum tarpejischen Felsen, aber ein Mannder für die Vernunft und für das Vaterland streitet, gibt sich soleicht nicht überwunden." Bei diesen Worten warf er, wie Fer-neres mittheilt, einen stolzen Blick auf die Lameth.

„Wer das Bewußtsein hat, daß er sich wohl verdient gemachthat um das Vaterland und ihm noch immer nützliche Diensteleistet; wer sich an keiner eitlen Berühmtheit weidet und die Er-folge eines Tags verschmäht, um echten Ruhmes willen, wer dieWahrheit sagen, für das Gemeinwohl arbeiten will, gleichviel wiedas schwankende Urtheil der Menge fällt — der trägt den Lohnseiner Mühen und den Preis seiner Gefahren in sich selbst, derdarf die einzige Ernte, die ihn reizt, die Zukunft seines Namensnur von der Zeit, der nie bestochenen Richterin, erwarten. —

Unter denen, die meiner Ansicht sind, die mit mir nichtglauben, daß die Wahrheit in den Extremen liege, werdet ihr alledie finden, die im Anfang dieser Revolution manches Vorurtheilgebrochen, manchen Gefahren getrotzt, manchen Widerstand ver-eitelt und im Schooße der Gemeinen diesen Geist der Bewegungentzündet haben, Männer, deren Namen schon die Verleumdung