Die Revolution und das monarchische Ausland.
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schüttert. Gefährdet waren höchstens nur die kleineren Grenzen-der, wo ähnliche Zustände und Stimmungen vorhanden waren,wie die, welche in Frankreich die Revolution hervorgerufen, wieBelgien, Holland, die deutschen Rheinlande und Italien; die geist-lichen Staaten am deutschen Rhein, deren Custine nachher eineAnzahl aufgerollt hat mit einem Husarenstreich, die Klein- undVielstaatcrei überhaupt in der Nähe Frankreichs hatte von derPropaganda der Revolution zu fürchten, die alten Monarchien imOsten wurden davon unmittelbar nicht berührt.
Die einzige Großmacht im Osten, welche genau wußte, wassie wollte und eine klare, bestimmte Politik mit stetiger Conseqnenzverfolgte, war Rußland.
Die Czarin Katharina II. hatte schon einmal den Gedankenergriffen, dein Osmanenreich ein Ende zu machen, ihn dann wie-der aufgegeben und sich mit Polen abfinden lassen, aber ihn nichtvöllig aus dem Sinn verloren. Daß ihr Friedrich der Große da-mals die Beute entrissen, vergaß sie ihm und Preußen nicht.
Sie dachte jetzt die Allianz mit Preußen aufzugeben und sichmit Oesterreich zu verbinden.
Oesterreich aber war von einer Theiluitg des türkischen Reichsam allernächsten berührt. Von einem neuen byzantinischen Reicheunter einem russischen Großfürsten war kein Staat mehr bedrohtals eben dieser. Oestlich von ihm umschlossen, von den Mün-dungen der Donau abgesperrt, sah sich Oesterreich gewissermaßendie Lebensadern unterbunden, in seinem eignen Bestände tödtlichgefährdet.
Da trat nun die überraschende Erscheinung ein, daß Joseph II.der österreichischen Politik, die, trotz ihrer vielfachen Wechsel inandern Fragen, hier sich bisher immer gleich geblieben war, aufeinmal eine ganz neue Wendung gab. In seiner ziellosen unruhi-gen Hast, das Verschiedenste zugleich zu ergreifen, in seinem Durstnach Machtvergrößerung um jeden Preis, verließ er Plötzlich dieArbeit am österreichischen Einheitsstaat und ging auf KatharinasGedanken bereitwillig ein.
Dank diesem Umschwung gelang es der Czarin, die Annähe-rung an Oesterreich zu bewirken, die ihr die osmanische Beutesicher stellen sollte. Im Mai 1787 fand die weltgeschichtliche Zu-sammenkunft des Kaisers und der Czarin statt, deren Programm