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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Dritter Abschnitt. §. 10. 11. 12.

eines unerwarteten Bundesgenossen, der französischen Revolution,die hier zum ersten Mal auf die östlichen Dinge einwirkt.

Noch hatte sie nicht das Ansehen, daß sie ihre Grenzen über-schreiten und die Nachbarländer überfluthen werde, aber ihre Eigen-thümlichkeit fing an, Sorgen zu erwecken.

Die Throne Europas waren bedroht und das wirkte aufFriedrich Wilhelm II. sichtbar ein. Zwei Jahre vor der Revo-lution hatte er in einem Handel zwischen dem Hause Oranien undder holländischen Republik halb im eignen Hausinteresse, halb inder Neigung, der Paladin der monarchischen Gewalt zu sein, mitglänzendem Erfolge das Gewicht der preußischen Einmischung gel-tend gemacht; etwas Aehnliches schwebte ihm jetzt vor und diesMeinem hat mehr, als man damals ahnte, dazu beigetragen, dieWendung der östlichen Politik zu beschleunigen.

Es war von da noch weit zu einer Coalition gegen Frankreich,aber der erste Schritt dazu war doch geschehen, wenn die Entzwei-ten sich einigten zum Thejl unter dem Druck der geschehenen Ent-scheidungen, zum Theil aus Besorgniß vor dem Geist der Revolu-tion selbst.

Im Mai 1791 wird Hertzberg von der Leitung der äußerenPolitik Preußens entfernt und mit Oesterreich bereitet sich eineinnigere Annäherung vor, die in der Idee wurzelt, daß jetzt dasmonarchische Interesse mächtiger sein müsse als alles Andere, wassie bisher entzweit.

Diese Idee wird aufs Eifrigste von Katharina II. unterstützt.DieCzarin predigt mit Leidenschaft den Kreuzzug gegen die Revolution.

Zwar will sie keinen Mann und keinen Rubel der großenSache opfern, aber ihr liegt daran, Oesterreich und Preußen nachdieser Seite einen Mühlstein an den Hals zu hängen, damit sienicht mehr daran denken, ihre türkischen Projekte zu durchkreuzen.

In der Auffassung der Lage waren aber Oesterreich undPreußen sehr verschieden.

Friedrich Wilhelm II. dachte mit Joseph II.: o'est monimitier «1 etre rovniiMe, er dürfte um des Princips willen dieRevolution nicht Meister werden lassen über die monarchischeOrdnung.

Leopold II. sah die Sache anders an. Ihm graute vor einemauswärtigen Kriege im Westen, nachdem er eben erst mit Mühe