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Dritter Abschnitt. §. 1V. 1t. 12.
Darum war der Entschluß, den er faßte, in solchem Augen-blick doppelt beklagenswerth.
Was ihm Mirabeau in Bezug aus die Gefährdung seinerLage nach Innen gesagt, war unwiderlegbar: von dem Augenblickseiner Flucht nach den Grenzen wurde der Anschluß des König-thums an die Emigration als unwiderruflich entschieden betrachtetbeide hatten dann ein gemeinsames Schicksal und ein gemeinsamesVerhängniß. Dazu kam jetzt, daß im Augenblick seiner Flucht vonder Hilfe, die er vom Ausland erwartete, nicht ein einziges Ba-taillon bereit stand. Darin lag die nächste Nachwirkung von Mi-rabeau's Tode, daß der letzte Einfluß geschwunden, der ihn vonden Pfaden der Emigranten zurückhielt.
Die im Juni versuchte Flucht war schon im April beschlosseneSache.
Ein eigenthümlicher Vorgang am 18. April konnte das schonerrathen lassen. Mit einem gewissen Geräusch machte der KönigAnstalten zu einer Reise nach St. Cloud. Der Plan ward ruch-bar, Volksmassen versammelten sich an dem Schloß und erklärtendem Monarchen, der mit seiner Familie schon im Wagen saß, siewürden ihn nicht reisen lassen, das sei eine Flucht.
Der König blieb, beschwerte sich bei der Nationalversammlungüber die Unbill, die ihm widerfahren, fragte, ob er denn nicht ein-mal die Freiheit habe? und die Nationalversammlung erwidertehöflich, allerdings sei seine Freiheit nicht zu bezweifeln, aber umder Ruhe willen sei es wünschenswerth, wenn er von seinem Vor-haben für jetzt abstehe.
Der König antwortete nun, er stehe mit Vergnügen davonab, er freue sich, die Freiheit zu haben und betheuerte in lebhaf-ten Ausdrücken seine Uebereinstimmung mit dem Werk der National-versammlung.
Man spielte Comödie mit einander.
Der Plan zur Flucht war schon in allen Einzelheiten entwor-fen. So, wie er angelegt war, konnte er nicht gelingen. Höch-stens konnte er als Emigrirter sein Leben in Sicherheit bringen;aber das Königthum dankte ab, wenn die Flucht gelang, ward erdagegen zurückgebracht, dann war Leben und Krone in doppelterGefahr.
Die Sache war angelegt, wie Alles, was der König seit Iah-