Flucht des Königs.
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ren unternommen, ungeschickt, linkisch und leichtfertig, wie maneine kleine Hofangelegenheit anordnet. Fast drei Monate dauerten dieBorbereitungen. Der König war unerfahren wie ein Kind, hatteBcrsailles und Paris nie verlassen und kannte sein eignes Landkaum, so daß man ihm wie einem unmündigen Knaben Weg undSteg und Reiserichtung vorschreiben mußte.
Die Leute, die dkn Plan leiteten, waren dieselben Höflinge,die wir als die unseligen Rathgeber nicht frevelhafter, furchtbarerEntschlüsse, sondern jener Frivolität, jener spielenden Leichtfertig-keit kennen, womit am Hofe die Staatsgeschäfte betrieben wurden.Es war der Graf Fersen, eine der verhaßtesten Persönlichkeitenam Hofe, daneben Hofkavaliere, Hofdamen; jeder praktische Mensch,jeder Reiseführer, jeder Posthalter war geeigneter dazu.
Man baute zunächst einen riesenhaften, schwerfälligen Reise-wagen, der schon durch seine ungewöhnliche Gestalt auffallen mußte,und besann sich lange ernsthaft hin und her, wer nach der EtiketteAlles mitfahren müßte. Unter denen, die dem König am nächstenstanden und die an der Flucht theilnehmen sollten, war ein ehe-maliger Gardeoffizier, der im äußersten Fall das Leben des Königsmit dem Degen schützen sollte.
Aber eine Hofdame, die ein Recht hatte, das Ehepaar nichtzu verlassen, beharrte auf ihrem älteren Rechte und man that ihrnicht nur den Gefallen, sondern verschob auch die Reise ihr zuLiebe um 24 Stunden.
Früher hatte man auch gerathen, auf den Bock des Wagensein paar handfeste Burschen zu setzen, die Weg und Stege, Landund Leute kannten, statt dessen setzte man nachher ein paar Hof-kavaliere verkleidet hinauf.
Seit dem 18. April war der König und seine Umgebungauf's Schärfste bewacht. Lafahette, dem Marat täglich vorwarf, erwolle den König retten und selbst mit ihm entfliehen, betrachtetees als eine Ehrensache, den König nicht entwischen zu lassen. Aucham Abend der Flucht i 20.-21. Juni) war er mit seinen Dienernvor dem Schloß und hier huschten die Königin und ihre Schwä-gerin unbemerkt an ihm vorbei.
Schloß man nach dem unbeschreiblichen Ungeschick, mit wel-chem die Vorbereitungen getroffen waren, so ward der König wahr-scheinlich schon nach den ersten Postmeilen auf dem Wege nach der