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Dritter Abschnitt. K. lv. ll. 12.
Champagne erkannt. 'Der kolossale Wagen, die wunderliche Be-gleitung, des Königs sehr bekanntes Gesicht, das bei jeder Gelegen-heit neugierig zum Wagen herausschaute, gab Anlässe genug, dasGeheimniß zu verrathen. An manchen Orten hat man ihn auchwahrscheinlich erkannt, aber in Frieden ziehen lassen; so weit waraußerhalb Paris die Erbitterung noch nicht gestiegen, die Achtung nochnicht gesunken, daß man ihn ohne besondern Anlaß aufgehalten hätte.
Das Gelingen der Flucht hing wesentlich davon ab, daß diemilitärische Aufstellung, welche ein thatkräftiger Soldat, der GeneralBouillö angeordnet, mit der Reise des Königs gut zusammentraf.
Bouillv, derselbe entschlossene Haudegen, der die Meuterei derSchweizer zu Nanch blutig niedergeschmettert, hatte alle Anord-nungen getroffen, aber die Verschiebung der Abreise um einen Tagbrachte Alles in Verwirrung. Die längs der Straße bis Chalonsaufgestellten Reiterpatrouillen ritten unruhig ausspähend hin undher, das erregte Aufsehen und Verdacht.
Trotz all dieser unbegreiflichen Unvorsichtigkeit kam der Königin ungestörter Fahrt bis nach St. Mcnehonld, von da konnte erin wenigen Stationen nach Metz oder Montmedh kommen, wenner nur die ganz gewöhnliche Vorsicht übte, die seine Lage erheischte,aber das that er nickt, er schuf sich hier selbst ein Hinderniß, dasden ganzen Plan vereitelte.
Er ließ lange halten, sah nicht bloß zum Wagen heraus, son-dern zeigte sich auch auf der Straße, sprach mit den Umstehendenund einer von diesen, der Postmeister Drouet, erkannte ihn nachdem Bild, das auf jeder Assignate und jeder Münze zu sehen war.
Drouet gehörte zu den Affiliirten des großen Pariser Club,der bis in die kleinsten Winkel von Frankreich seine Ideen verbrei-tete , und war ein fanatischer Jakobiner. Der wagt es, die Ver-haftung des Königs auf eigne Gefahr einzuleiten, und unterstütztvon einem einzigen Bekannten unternimmt er die Sache.
Die militärischen Anordnungen znm Schutz des Königs er-wiesen sich überall als durchaus ungenügend; was geschehen war,reichte gerade hin, ein verderbliches Aufsehen zu machen, aber nichtzu ernsthafter Gegenwehr gegen Nationalgarden und bewaffnetesGesinde!, wie es jetzt bis in das letzte Dorf in großer Anzahl zufinden war, der schlechte, unzuverlässige Geist der Gemeinen fast inallen Regimentern kam überdies hinzu.