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Dritter Abschnitt. 8. 10. 1l. 12.
Kunde erhalten von dem, was in der Nacht geschehen war. Nachdem Moniteur hätte die Versammlung die Mittheilung ihres Vor-sitzenden, des Generals Beauharnais, daß der König „durch dieFeinde des öffentlichen Wohls entführt (enksvö) worden sei", miteinem „tiefen Stillschweigen" aufgenommen. Aus anderen Quellenwissen wir, daß im ersten Augenblicke ein sehr heftiger Tumultentstand, der sich erst allmälig beruhigte und dann die Mehrzahlsich die Rolle zurecht legte, die sie in der heiklen Sache annehmenwollte. Man beschloß, von einer Flucht des Königs ganz abzu-sehen und nur von einer Entführung (enlevömenti desselbenzu reden.
Unvorsichtiger Weise hatte der König an die Nationalversamm-lung eine Proclamation zurückgelassen, worin er seine Flucht be-gründete und der Nationalversammlung die bittersten Vorwürfemachte. Manches darin war nicht ungegründet, wenn es auchbesser auf die Clubs und ihr Treiben, als auf die monarchischgesinnte Mehrheit der Versammlung paßte, aber es stimmte jeden-falls schlecht zu dem unterwürfigen Ton, in dem der König wäh-rend der letzten Tage gegen dieselbe gesprochen und gar nicht zuder Bethcuerung an Lafahette, daß kein Gedanke an Entfer-nung sei.
Dieses Schreiben wurde gegen Ende der Sitzung mitgetheilt,aber die Versammlung blieb bei ihrer Ruhe, weil sie das König-thum nicht sinken lassen wollte, und ging nach Anordnung einigerSicherhcitsmaßregeln zur Tagesordnung über, so daß Robespierreungehalten ausrief: ich kann nur mein Erstaunen darüber aus-sprechen, daß man es bei so milden Maßregeln bewenden lassen will.
Spät am Abend des 22. meldete ein Courier die Festhaltungdes Königs. Die Versammlung erklärte nun die für Verräther,die den König zur Flucht verleitet, und beschloß dafür zu sorgen,daß bei Ludwigs Rückkehr Niemand die der Majestät schuldige Ach-tung thätlich verletze.
Nachdem dann am Abend des 24. Drouet seinen Bericht er-stattet, nahm die Nationalversammlung die 6 Artikel an, welchedie Suspension des Königs aussprachen: l) Sobald der Kö-nig in den Tuilerien angekommen ist, wird ihm einstweilen eineWache gegeben, die unter Befehl des Generalkommandanten derNationalgarde über seine Sicherheit wachen und für seine Person