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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Flucht des Königs.

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haften wird. 2) Der Dauphin soll einen Gouverneur erhalten.3) Die Anstifter der Flucht sollen in Anklagezustand versetzt wer-den. 4) Die Königin soll auch bewacht werden. 5) Die Beschlüsseder Nationalversammlung bedürfen vor der Hand nicht mehr derSanktion des Königs. 6) Die Minister fahren fort, unter Ver-antwortlichkeit die vollziehende Gewalt auszuüben.

Um die von der Mehrheit beliebte Taktik streng inne zu hal-ten und für ihre Befolgung nach Außen Sorge zu tragen, er-nannte die Versammlung drei Abgeordnete, die den König inEmpfang nehmen und nach Paris geleiten sollten.

Es waren dies Latour-Maubourg, ein Gesinnungsver-wandter Lafayette's, wie dieser aus dem alten Adel und in denFormen des höfischen Umgangs wohl bewandert; dann Barnave,der beredte Sprecher der Linken und Gegner Mirabeau's in man-chem heißen Streit, seit dessen Tode schwankend geworden in seinendemokratischen Ansichten und allmälig zu derselben Ueberzeugung wiedieser gelangt, daß in Frankreich zu einer Republik alle Voraussetzungenfehlten und eine geordnete Regierung nur durch das konstitutio-nelle Königthum möglich sei; schließlich Petion, der spätere Giron-dist und Maire von Paris, ein Mann von rauhen Formen, derin seinem harten, spröden Republikanismus auch die äußeren Zei-chen der Achtung vor dem König außer Augen setzte.

Von diesen drei Abgeordneten wurde der König zurückgebracht.

In Paris waren alle Vorsichtsmaßregeln getroffen, jede Be-leidigung der königlichen Fainilie, jede Störung des Zuges zu ver-hindern. Truppen und Nationalgarden waren in einer dichtenHecke aufgestellt, als die Wagen erschienen. Mit dumpfem Schwei-gen wurde der König empfangen und in die Tuilerien geleitet.Andere Zeugnisse behaupten, in den Vorstädten habe den Königein rasendes Gebrüll begrüßt, aber ohne daß ein Versuch gemachtworden sei, den Zug zu stören.

Der König war also wieder zurück und Mirabeau's Weissagungeingetroffen. Vor der Flucht vom 20. Juni war es schwer, dieMonarchie zu retten, jetzt war es fast undenkbar geworden. DieStimmung Frankreichs war in ihrer Feindseligkeit gegen den Kö-nig wunderbar einig, so daß dieser selbst davon überrascht wurde.Vor der Flucht gab es noch ein menschliches Mitgefühl mit seinerBedrängniß, davon war jetzt nichts mehr zu finden. In seinem