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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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247
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Das Ausland. Congreß zu Pilluitz August 1791, 247

heit und persönlichen Sicherheit bestehen müßten und alle neuenGesetze nur dann als zu Recht bestehend anerkennen würden,wenn der König sie freiwillig gutgeheißen habe. Andernfalls werdeman mit den Waffen einschreiten.

Das war der erste Mißgriff, zu dem Leopold II. sich hinreißenließ. Solch eine Erklärung konnte nur dann einen Sinn haben,wenn man ihr 200,000 Alaun an die Seite stellte, um ihrnöthigenfalls Nachdruck zu geben; aber Worte ohne Thaten,Drohungen ohne Bajonette waren gefährlich.

Inzwischen blieb es in Frankreich beim Alten nnd es mußtewieder Etwas geschehen, um einen neuen Impuls zu geben.

Friedrich Wilhelm II. drängte zu einer Zusammenkunft, diehöheren Berliner Kreise konnten die Eröffnung der Kreuzfahrtnach Paris nicht erwarten und die Kaiserin Katharina schürtenach Kräften, um den unbequemen 'Nachbarn bei dein Brand inWesten zu schaffen zu machen, zögernd willigte Leopold ein und inden letzten Augusttagen 1791 kamen die Monarchen zu Pillnitzzusammen, beide nur von ihren nächsten Vertrauten begleitet.»

Daß ungeladen auch Artois mit Calonne und Bonillo ankam,war ihnen sehr unerwünscht.

Aus dieser Zusammenkunft entstand der Entwurf einer Er-klärung, von der nicht ganz ausgemacht ist, ob und in wie weitsie von beiden Theilen unterzeichnet worden ist. Im Wesentlichengaben die beiden Monarchen dem Grafen Artois hierin die Er-klärung, daß sie die Lage des Königs von Frankreich als einenGegenstand des gemeinsamen Interesses aller Souveräne betrachten,daß sie hoffen, auch die übrigen Mächte würden mit ihnenini Einverständniß die wirksamsten Mittel ergreifen wollen, denKönig wieder in seine volle Freiheit einzusetzen und daß sie bereitfeien, einstweilen für Mobilmachung ihrer Truppen die nöthigenMaßregeln zu treffen.

Der österreichische Hof hat bald darauf in Abrede gestellt,daß er diese Erklärung als bindend betrachte und gewiß ist, daßLeopolds Zusagen den weitgehenden Forderungen Artois' nichtgenügt haben können, auch wenn die veröffentlichte Erklärung vielbestimmter gelautet hätte als sie wirklich lautet.

Aber dies Aktenstück kam in die Welt, die Drohung, die darinlag, war greifbar und wurde in Frankreich rührig genug ver-