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Dritter Abschnitt. §. 10. 11. 12.
werthet; für die Jakobiner war sie eine ausgezeichnete Waffe, fürdie Anhänger des Königthums eine furchtbare Verlegenheit.
Noch heute finden wir in vielen Büchern die Behauptung,die Pillnitzer Erklärung habe den Revolutionskrieg hervorgerufen;das ist ganz unrichtig, den Krieg haben die Jakobiner gemacht,weil sie ihn wollten und brauchten.
Aber wahr ist, daß die beiden deutschen Mächte hiermit einesehr unkluge Politik begonnen hatten, daß es sehr verkehrt war,die Revolution und das französische Volk zu reizen durch dieDrohung einer bewaffneten Einmischung und dann doch nichts zuthun, was mit der Drohung Ernst machte. Hätten die beidenMächte ihr zu Folge 200,000 Mann am Rhein aufgestellt, sohatte das Verfahren Sinn, so aber konnte es nur Oel ins Feuergießen. Man schuf damit zuerst in den Franzosen jenes tiefeMißtrauen gegen die Restaurationspolitik des Auslandes, ohnewelches die Jakobiner schwerlich aus Ruder gekommen wären.
Für's Erste hatte die Pillnitzer Drohung gar keinen un-mittelbaren Erfolg; die Nationalversammlung brachte ihr Werkzu Ende, der König machte seinen Frieden mit ihr und vierWochen nach Pillnitz war Kaiser Leopold II. unendlich befriedigt,daß der glückliche Abschluß der Verfassung ersielt, daß der König,dem er selber fortwährend zum Einlenken gerathen, wieder in eineleidliche Stellung gekommen, und er damit seiner lästigen Pill-nitzer Verpflichtungen ledig geworden sei.
Nachgelassenes Fragment: Preußen und Polen 1791—>792.
(Nach den Berliner Akten.»
Nach der Verfassung vom 3. Mai 1791*) äußert sich derBerliner Hof entschieden freundlich, wünscht Glück und räth demKurfürsten von Sachsen zur Annahme.
Das bleibt so im Sommer 1791, wiewohl jetzt das Interessean den polnischen Dingen hinter den französischen zurücktritt.Nur dabei beharrt man immer, daß kein Prinz aus einer der be-nachbarten Dynastien durch Vermählung oder sonst wie den Thron
9 sUeber diese vgl. Sybel 1. 2. Buch. 6. Capitel. 3. Aufl. S. 252-271.)