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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Vierter Abschnitt. §. 13.

Wenn unter solchen Verhältnissen eine Regierung überhauptmöglich sein sollte, so konnte sie nur aus der Mehrheit des Par-laments genommen werden. Aber dazu hatte er sich nicht ent-schließen können und auch unter denen, die aus der Versammlungdem Throne näher kamen, war keiner, der ihm ein solches An-sinnen gestellt hätte.

In der Abneigung gegen ein parlamentarisches Regimentschienen beide Theile stillschweigend einig. Noch dachten die Giron-disten nicht an ein eigenes Ministerium, für die Meisten warder Zustand permanenter Opposition und bequemen Mißtrauensbei weitem behaglicher und erwünschter, als das mühevolle, ver-drießliche Geschäft der Regierung oder der Unterstützung eines ausder eigenen Mitte genommenen Ministeriums, und der König fandfür den Aerger über die widerwärtige Verfassung seinen einzigenTrost in einem Ministerium, welches in diesem Punkte dachte wieer selbst.

In der That haßte der nächste Vertraute des Königs, derMarineminister Bertrand de Molleville, die Revolution, wie nurein verstockter Emigrant und ein hartnäckiger Rohalist des altenStils sie hassen konnte.

Und so arbeiten denn Regierung und Versammlung, Monar-chisten und Demokraten um die Wette daran, die Verfassung zuzertrümmern, noch ehe sie Leben gewonnen hat.

Die Beschlüsse gegen die Priester und die Emigranten.

Als brennende Fragen treten nun gleich während der erstenMonate in den Vordergrund: das Verhältniß der unbe-eidigten Priester, und die Stellung zur Emigrationund zum Auslanv.

An diesen Fragen hat sich der Umsturz der französischenMonarchie entschieden und der große europäische Krieg entzündet.

Die Frage der unbeeidigten Priester war eines der traurigsten" Vermächtnisse der Constituante. Den ersten Fehler beging man,als man ein Gesetz machte, das in dieser Gestalt von den Geist-lichen nicht angenommen werden konnte, und den zweiten größernfügte man hinzu, als man, statt nach den ersten Schwierigkeiteninne zu halten, weiter ging und von allen Geistlichen einen Eid