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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Vierter Abschnitt. 8- 14-

Jetzt war die Kriegsfrage entschieden, wie fein und geschicktauch der Kaiser das Gewebe der Diplomatie zusammenflechtenmochte, er kam zu spät.

Am 25. Januar kam es zu einem entscheidenden Beschluß.Der König sollte den Kaiser zu einer entschiedenen unzweideutigenAntwort unter Formen veranlassen, die einer Kriegserklärung gleichkamen.

Das Dekret lautete: „Der König soll durch eine Botschafteingeladen werden, dem Kaiser zu erklären, daß er ferner nur nochim Namen der französischen Nation mit ihm unterhandeln könne— der König soll an den Kaiser die Frage richten, ob er alsHaupt des Hauses Oesterreich der Freund des französischen Volksbleiben will, und ihm erklären, daß von hier bis zum 15. Februarjede ausweichende, verschiebende Antwort als eine Kriegserklärungangesehen werde. — Der König soll fortfahren, die kräftigsten Maß-regeln zu ergreifen, damit die Grenzen in Verthcidigungszustandversetzt werden/' —

Also alles Bisherige war noch nicht genug gewesen, demKaiser wurde förmlich die Pistole auf die Brust gesetzt.

Jetzt schloß dieser am 7. Februar ein Schutzbünduiß mitPreußen ab und am 17. Februar ließ er eine Erklärung nachFrankreich abgehen, worin gezeigt war, wie er und er allein demAndrängen zum Krieg mit Frankreich bisher mit Erfolg wider-standen und wie der ganze Kriegslärm nur als ein Werk derJakobiner zu betrachten sei, an dem die besonnene Mehrheit derNation keinen Theil habe. Er selber würde auch jetzt nicht ausseiner gemäßigten Haltung heraustreten. Kaunitz setzte dann ineiner beigefügten Staatsschrift eine unbarmherzige, aber geschicht-lich richtige Schilderung des Treibens der Jakobiner hinzu.

Nach der bekannten Legende, die so Viele glauben gemachthat, das Ausland und insbesondere der Kaiser habe Frankreich zueinem Krieg der Nothwehr gereizt, müßte man glauben, diese Notemit ihren bittern Ausfällen hätte die Franzosen um den letztenRest ihrer Fassung bringen müssen. Statt dessen wissen wir ausdem Moniteur das Gegentheil. Das Ministerium verliest dasSchriftstück und spricht nach einer flüchtigen Rüge jener Ausfälleseine lebhafte Freude aus über „die friedlichen und freundschaft-lichen Eröffnungen des Kaisers" und dem stimmt die Versamm-