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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Vergniaud,: „Das Vaterland ist in Gefahr!"

noch Lafahette besaß, ein Verhältniß des Vertrauens zwischenLeiden, das nie bestanden hatte und auch nicht aufkommen konnte,so lange die Königin bei dem schwankenden Fürsten an letzter Stelleden Ausschlag gab.

So hatte denn Lafahette nur mit dem Säbel gerasselt undeine ganz fruchtlose Probe seines persönlichen Muthes abgelegt.

Die Jakobiner brachen in höhnischen Jubel aus, als der„General der Verfassung" nach 48stündigem Aufenthalt wieder ab-gezogen war <30. Juni). Erst hatten sie sich verkrochen, weil siemeinten, er käme mit 3—4 Regimentern, denen sich sofort dergrößere Theil der Nationalgarde angeschlossen haben würde, umeinen Hanptschlag gegen sie zu führen; als er aber Nichts that,fanden sie rasch die alte Keckheit wieder und gingen sogar selbstzum Angriff vor.

Und doch wie leicht hätte sich noch immer mit Entschlossen-heit und Muth etwas erreichen lassen. Zweimal wurde» in derNationalversammlung der Antrag gestellt, den pflichtvergessenenGeneral in Anklagezustand zu versetzen und zweimal wurde derAntrag mit 2 z Mehrheit abgelehnt. Hier also ließ sich Etwasausrichten, wenn man nur wollte, aber man hatte bereits 12 Tagenach dem 20. Juni ungenutzt verstreichen lassen, als die Girondeihrerseits anfing, mit entscheidenden Schritten vorzugehen.

Am 2. Juli wurde der Beschluß vom 8. Juni, betreffend dieErrichtung eines Jakobinerlagers bei Paris, den der König damalsabgelehnt, jetzt unter anderer Form — nur das Wort keckereswar vermieden — wiederholt und der König stimmte zu. AmTage darauf bestieg Vergniaud die Tribüne und hielt jene be-rühmte Rede über das Thema: „Das Vaterland ist in Ge-fahr!"

Die Nationalversammlung befand sich unter dem Eindruck derentmnthigenden Nachricht, daß Marschall Lnckner mit der Nord-armee sich auf Alle und Valenciennes habe zurückziehen und dabeidie Vorstädte von Courtrai habe in Brand stecken müssen.

Der Redner knüpft an diese Dinge an: wir erwarten zu ver-nehmen von siegreichem Vordringen und hören statt dessen vonmuthlosem Zurückweichen; vcrtheilhafte Stellungen werden aufge-geben, der Kriegsschauplatz aus dem Nachbarland auf das eigneGebiet verlegt und bei den unglücklichen Belgiern bleibt von uns