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Siebenter Abschnitt. §. 30. 3t.
verloren, fand sich eine goldne Brücke zum Einlenken, man hättesie gern betreten. Aber da machten es die Franzosen selber, wennnicht unmöglich, doch äußerst schwer, den Krieg aufzugeben. Derglückliche Handstreich Custine's gegen Mainz (21. Okt.), der SiegDumouriez's bei Jemappes (6. Nov.) und die Besetzung Belgiens,das waren zwei Ereignisse, die einer diplomatischen Versöhnung vieallergrößten Schwierigkeiten in den Weg warfen.
Keine von beiden Mächten durfte den Rhein und damit dasReich den Franzosen preisgeben, in Belgien aber hatte Oesterreicheine Provinz verloren, die es freilich nicht behalten, aber auchnur in einem werthvollen Tauschgeschäft, etwa gegen Baiern,herausgeben, also am allerwenigsten durch Waffengewalt verlierenwollte. So war man bald wieder zum Krieg entschlossen, aberdarin war doch der Umschwung in beiden Lagern zu erkennen, daßdie alten Ideen eines Kreuzzugs für Thron und Altar in denHintergrund traten und viel reelleren Tendenzen der Eroberungund Vergrößerung Platz machten.
Auf dem Rückzug noch waren damals die Diplomaten beiderMächte in einem Dörfchen bei Luxemburg zusammengekommen, umsich zu besprechen. Oesterreich erklärte geradezu, es sehe keinenSinn mehr in einem Kriege, der seinen Gegenstand verloren habe,sei aber bereit, ihn wieder aufzunehmen, vorausgesetzt, daß ihmeine Abrundung auf Kosten Frankreichs zugestanden werde. Nuntrat auch Preußen, ermuthigt durch diese Aufrichtigkeit, mit seineneignen Plänen heraus; es wollte gleichfalls eine Entschädigung,aber nach einer ganz andern Seite hin. Nach der damaligen Ge-staltung der preußischen Monarchie konnte eine solche nicht amRheine gesucht werden. Dort hatte es nur Enclaven, die man imNothfall preisgab; noch war das ganze Reich nur im Osten kon-solidirt und hier allein konnte darum eine Entschädigung Werthhaben.
Rußland that Alles, den Krieg wieder in lebhaften Gang zubringen; denn, damit es in Polen möglichst ungestört sei, mußteder Brand im Westen die andern Mächte fortdauernd in Athemerhalten.*) Während des Kriegs in der Champagne waren dieseBeweggründe deutlicher hervorgetreten, die Verfassung, die sich Po-
*) S. oben s. 248 ff.