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Achter Abschnitt. §. 35. 36.
noch einmal in einer Lage überrascht, wo sie nicht fertig und ge-rüstet war. Es waren ja die Tage, wo in Paris der Straßen-kampf vom Vendemiaire ausgefochten wurde und die Regierungnicht Muße hatte, an die Rheinlande und die Festung Mainz zudenken. Bald war auch das voriiber, ein neues Regiment standda und Carnot an der Spitze der Kriegführung.
Nach dem neuen Kriegsplan für 1796 hatte die Republikeinen Doppelfeldzug in Italien und Deutschland be-schlossen, von zwei Seiten her sollte der Weg auf Wien gesuchtwerden, im Norden Jourdan und Moreau mit je 77,000 Mann,im Süden Bonaparte mit 40—50,000 die Desterreicher theilen,schlagen und bis ins Herz der Monarchie verfolgen. Die Basisdieses großartig angelegten Unternehmens bildete eine Truppen-aufstellung, die in einem Gürtel von 5 Armeen von der Nordseebis nach Genua reichte. Die Entscheidung erfolgte dort, wo mansie nicht erwartete. Während die beiden Nordheere geschlagen überden Rhein zurückkehren, wird in Italien mit einem Dritttheil ihrerStärke der Feldzug gewonnen. Anfang Juni ging Jourdanwieder über den Rhein, um die Oesterreicher über die Sieg undLahn zurückzudrängen. Erzherzog Karl kam ihm vom Taunusher mit gesammelter Macht entgegen und warf ihn nach mehrerenglücklichen Gefechten wieder nach dem linken Rheinufer zurück<15.—21. Juni). Kurz darauf hatte im Rücken des SiegersMoreau bei Kehl das rechte Rheinnser gewonnen <24. Juni),sich durch die Schwarzwaldpässe den Weg nach Schwaben gebahntund die ganze Kleinstaaterei vor sich her aufgerollt. Der herbei-eilende Erzherzog kam zu spät, um sein weiteres Vordringen zuhindern und machte nur Jourdan Luft, der sich nun wieder nachdem Main und Franken auf den Weg machte. Jetzt bildete sichErzherzog Carl seinen Feldzugsplan. Er wollte die österreichischenStreitkräfte zu einer überlegenen Armee vereinigen, damit einesder beiden feindlichen Heere überfallen und ehe sie ihre Bereini-gung bewerkstelligen konnten, auch das andre schlagen. Ganz Süd-deutschland litt bereits wochenlang unter allen Schrecken einerInvasion von zwei Heeren, denen Nichts heilig war, die Verträgenur schlössen, um sie schamlos zu brechen, als in der zweiten HälfteAugust der Erzherzog an der Donau Streitkräfte genug gesam-melt hatte, um sich mit Macht auf eines der beiden feindlichen