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X. Gedächtniß-, Helden- und Ehrenlieder.
Juchh. rc., um Mau'r und Graben,um Wall und Schanz, Juchhei rc.Sie tanzen also munter, daß mancherwird herunter vom Tanzplatz todt ge-tragen bei Colberg aus der Au.
3. Wie heißt die Braut, die Hoch-zeit hält? Juchh. rc., um die so man-cher tanzend fällt? Juchhei rc.? StadtColberg heißt die Schöne, sie wecktdie hellen Töne, wonach die Tänzertanzen auf Colbergs grüner Au.
4. Wie heißt ihr schöner Bräuti-gam? Juchh. rc.: Es ist ein Heldvon deutschem Stamm, Juchhei rc.,ein Held von ächten Treuen, deß sichdie Deutschen freuen, und Gneis'nauklingt sein Name auf Colbergs grü-ner Au.
5. Bei Colberg aus der grünen Au,Juchh. rc., da tanzt der tapfre Gnei-senau, Juchhei rc., voran zu schnel-len Saiten. Was soll der Tanz be-deuten? Franzosen sollen sterben aufColbergs grüner Au.
6. So ging's auf Colbergs grünerAu, Juchh. rc., mit Tod und Lebennicht zu genau, Juchhei rc., und man-chen Franzmann haben sie nach demTanz begraben, der Tanz ging ihnenzu mächtig aus Colbergs grüner Au.
7. Doch als es still wird auf derAu von Heididei, Juchheididei! dadäucht es schlecht dem Gneisenau. Erspricht: ,,Ei ei, ei ei!" Er hasset dieFranzosen, die argen Ohnehosen, nachEngland thut er reisen von Colbergsgrüner Au.
8. Komm nun zurück, du frommerHeld! Juchheididei! Juchheididei! undzieh mit Deutschen froh in's Feld,Juchhei rc., thu einen Tanz noch wa-gen., wir woll'n die Franzen schlagen,mit dir und deinem Degen auf Deutsch-lands grüner Au.
9. Komm nun zurück aus Enge-land, Juchh. rc., das Glück hat allesumgewandt, Juchhei rc. Komm, laßdein Spiel erklingen, komm, laß dieFranzen springen, wie du sie springenlehrtest auf Colbergs grüner Au.
Arndt. 1813.
S78. Scharnhorst.
1. Wer ist würdig unsrer großenTodten, die einst ritterlich für's deut-sche Land ihre Brust dem Eisen bo-ten , wen erkennen sie als rechten Bo-ten aus dem alten Vaterland?
S. Wer ist würdig, solche Mähr zubringen : ,,Aufgestanden sind die SöhneTeuts, Millionen Stimmen klingen:unsrer Schande Ketten sollen springen,auch der Donner klingt's des Streits."
3. Wer mag Hermann seine Rechtereichen, und der Väter Angeflehteschaun? Wahrlich keine von den blei-chen Seelen, die vor jedem Sturm-wind streichen; die zermalmte schierdas Graun.
4. Nur ein Held mag Heldenbot-schaft tragen: darum muß der Deut-schen bester Mann, Scharnhorst mußdie Botschaft tragen: „Unser Jochdas wollen wir zerschlagen, und dcrRache Tag bricht an."
5. Heil dir, edler Bote! hohe Weihegiebt dein Gang dem deutschen Waf-fenspiel; jeder wird ein Held in Treue,jeder wird für's Vaterland ein Lcue,wenn ein solcher blutig siel.
6. Heil dir, edler Bote! Männer-spiegel! Biedermann aus alter deut-scher Zeit! ewig grünt dein Grabes-hügel, und der Ruhm schlägt seinegoldnen Flügel um ihn bis in Ewigkeit.
7. Und er steht uns wie ein heil'-ges Zeichen, wie ein hohes festes Him-melspfand, daß die Schande wird ent-weichen von dem Vaterland der grü-