Scharnhorft.
nen Eichen, von dem deutschen Vater-land.
(8. Wenn einst fromme Herzen deutsch sichfinden ohne Eive mit dem Händedruck, wer-den hier sie Treue binden; Bräuten, welcheHochzeitkränze winden, blühet hier ein Eh-renschmuck.
S. Wenn sich Männer nächtlich still ver-schwören gegen Lug und VaterlandSvcrrath,gegen Gaukler, die bcthören, gegen Mem-men, welche Knechtschaft lehren, lenken siehicber den Pfad.
10. Will der Vater seinen Sohn beweh-ren, hicher führt er ihn im Abendschein,heißt ihn kniccn, heißt ihn schwören, treudes Vaterlandes hohen Ehren, treu bis inden Tod zu sciii.f
11. So blübt Tugend aus der Tu-gend Samen herrlich durch Jahrhun-derte zum Ziel, Buben zittern bei demNamen, Edle rufen Scharnhorft wieein Amen für das heiligste Gefühl.
Arndt.
r»5S Scharnhorft.
(Weise: Prinz Eugen. Oder: Untrr'm Klangder Kriegcshörner.)
1. In dem wilden Kriegestanze brachdie schönste Heldenlanze, Preußen, euerGeneral. Lustig auf dem Feld bei Lüt-zen, sah' er Freiheitswaffen blitzen;doch ihn traf des Todes Strahl.
2. „Kugel, raffst mich doch nichtnieder! Dien' euch blutend, wertheBrüder, bringt in Eile mich nachPrag! Will mit Blut um Ostreichwerben, ist's beschlossen, will ich ster-ben, wo Schwerin im Blute lag."
3. Arge Stadt! wo Helden kran-ken, Heil'ge von den Brücken sanken,reißest alle Blüten ab! nennen dichmit leisen Schauern, heil'ge Stadt,zu deinen Mauern zieht uns manchestheure Grab.
4. Aus dem irdischen Getümmelhaben Engel in den Himmel seineSeele sanft geführt, zu dem alten
Friesen. 319
deutschen Rathe, den, in ritterlichemStaate, ewig Kaiser Karl regiert.
5. „Grüß euch Gott! ihr theuernHelden, kann euch frohe Zeitung mel-
i den: unser Volk ist aufgewacht! Deutsch-land hat sein Recht gefunden; schaut,ich trage Sühnungswunden, aus derheil'gen Opferschlacht."
6. Solches hat er dort verkündet,und wir alle stehn verbündet, daß dießWort nicht Lüge sei. Heer aus sei-nem Geist geboren, Kämpfer, die seinMuth erkoren, wählet ihn zum Feld-geschrei !
7. Au den höchsten Bcrgesforsten,wo die freien Adler horsten, hat sichfrüh sein Blick gewandt; nur demHöchsten galt sein Streben, nur inFreiheit wollt' er leben: Scharnhorftist er drum genannt.
8. Keiner war wohl treuer, reiner,näherstand dem König keiner, doch demVolke schlug sein Herz. Ewig auf denLippen schweben wird er, wird imVolke leben, besser als in Stein und Erz.
Mar v. Schenkmdorf. 1813.
«81». Friesen.
(Weise: Auf, aus, zum fröhlichen Jagen.)
1. Es thronet am Elbestrande diestolze Magdeburg, ihr Ruhm drangdurch die Lande, ihr Unglück auch hin-durch. Als Lilly einst dem Feuer zutilgen sie gebot, trug sie den Wittwcn-schleier, war ihre Schöne todt!
2. Sie mag ihn wieder nehmen, ihrstarb ihr bester Sohn, er ging, eingroßer Schemen, hinauf vor GottesThron. Da hießen gleich den From-men, der kam aus heil'gem Streit,die Eng'lein alle willkommen zur ew'-gen Himmelsfreud'.
3. Wohl viele sind gepriesen im ho-hen deutschen Land, doch dich, meinfrommer Friesen, hat Gott allein ge-