320
X. Gedächtniß-, Helden- und Ehrenlieder.
kannt. Was blühend im reichen Her-zen die Jugend hold umschloß, istjedem Laut der Schmerzen, ist jedemLob zu groß.
4. War je ein Ritter edel, du warstes tausendmal, vom Fuße bis zumSchädel ein lichter Schönheitsftrahl.Du hast mit kühnem Sinne nach Frei-heit wohl geschaut, das Vaterland warMinne, war Liebste dir und Braut.
5. Du hast die Braut gewonnenim ritterlichen Streit, dein Herzblutist geronnen für die viel edle Maid;von welschen grimmen Bauern em-pfingst du Todesstreich, drob wohlJungfrauen trauern; der SchönheitBlum' ist bleich.
6. Schlaf' still und fromm in Treuebis an den jüngsten Tag, wo sich einMorgen neue dir wieder röthen mag.Es blüht um deinen Frieden Gedächt-niß golden schön, im Sieg war dirbeschieden, füc's Vaterland heim zugeh'n.
Arndt, in der „Klage um drei junge Helden."
»8L. Körner's Todesfeier.
1. Unter'm Klang der Kriegeshör-ner riefen Engelsstimmen: „Körner!"und das Heldenherze bricht. Herzen,Augen, brecht in Zähren! doch dieZähren wird verklären hohen Glau-bens Freudenlicht.
2. Deutschland, dem du treu ver-bunden, fühlt, o Bruder! deine Wun-den, blutet mit — und freuet sich!Bist ein König hochbeneidet: deinesBlutes Purpur kleidet, heil'ge Dor-nen krönen dich.
3. Bild der reinsten Christentreue,wenn der Augen Veilchenbläue neu aufbleichen Lippen blüht. Lieb' allein bleibtunverdunkelt, wie ihr Stern allnächt-lich funkelt und im Rosenmeer verglüht.
4. Jesus, reine Gottesminne! eine
unsres Volkes Sinne in der Liebe Heil'-genglanz! Lass' auch uns nach heißenMühen einst, wie unserm Bruder,blühen Dornenkron' und Sternenkranz!
Karl Fallen.
Körner's Grab.
1. Bei Wöbbelin, im freien Feld,auf Mecklenburger Grunde, da ruhtein jugendlicher Held, an seiner To-deswunde; er war mit Lützows wilderJagd wohl in die Schlacht gezogen,da hat er frisch und unverzagt dieFreiheit eingesogen.
2. Was ihm erfüllt die Heldenbrust,er hat es uns gesungen, daß Todes-muth und Siegeslust in unser Herzgedrungen; und wo er sang zu seinemTroß, zu seinen schwarzen Rittern,das Volk stand auf, der Sturm brachlos in tausend Ungewittern.
3. So ist die Leier und das Schwert,bekränzt mit grünen Eichen, dem Krie-ger wie dem Sänger werth, ein theu-res Siegeszeichen. Wo unser frischesLied erklingt, wo wir die Hüte schwen-ken, und wo die Eisenbraut uns blinkt,wir werden dein gedenken!
Friedrich Förster.
»8L. Die Schlacht an derKatzbach.
1. An der Katzbach, an der Katz-bach, heisa! gab's ein gräßlich Tan-zen ! Wilde wüste Wirbelwalzer tanztendort die schnöden Franzen.
2. Ja da strich den großen Brumm-baß auch ein alter deutscher Meister,Marschall Vorwärts, Fürst von Wahl-statt, Gebhard Lebrecht Blücher heißt er.
3. Ja, Marsch alle vorwärts! heißter, hart kann euch der Gebhard ge-ben, Lebrecht heißt der Wahlstatt Mei-ster, denn er führt das rechte Leben.
4. Auf dem Tanzsaal hat der Blü-