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Liederbuch des deutschen Volkes
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Berufslieder.

333

besten Wein, der zu finden, den sol-len die Soldaten trinken. Capitän rc.

4. Wo sollen die Soldaten schlafen?Capitän und Lieutenant. Bei ihremGewehr und Waffen, da müssen dieSoldaten schlafen. Capitän rc.

5. Wo sollen die Soldaten tanzen?Capitän und Lieutenant. Bei Haar-burg auf der Schanzen, da müssendie Soldaten tanzen. Capitän rc.

6. Wie kommen die Soldaten inHimmel? Capitän und Lieutenant. Auseinem weißen Schimmel, da reiten dieSoldaten in den Himmel. Capitän rc.

7. Wie kommen die Offiziers in dieHollen? Capitän und Lieutenant. Aufeinem schwarzen Fohlen, da wird derTeufel sie alle holen. Capitän rc.

üblich seit 1787.

L4-LS. Doctor Eisenbart.

1. Ich bin der Doctor Eisenbart,fallalleri sallera! Kurir' die Leut' nachmeiner Art. Fallalleri sallera! Kannmachen, daß die Blinden gehn unddaß die Lahmen wieder sehn, fallallerisallera.

3. Au Wimpfen accouchirte ich einKind zur Welt gar meisterlich. DemKind zerbrach ich sanft das Gnick', dieMutter starb zu gutem Glück.

3. In Potsdam trepanirte ich denKoch des großen Friederich, ich schlugihn mit dem Beil vor'n Kopf, gestor-ben ist der arme Tropf.

4. Au Ulm kurirt' ich einen Mann,daß ihm das Blut vom Beine rann,er wollte gern gekuhpockt sein, ich impft'ihm mit dem Bratspieß ein.

5. Dem Nachtwächter zu Dudeldum,dem gab ich zehn Pfund Opium,drauf schlief er Jahre, Tag und Nacht,und ist bis jetzt noch nicht erwacht.

6. Dem guten Hauptmann von derLust nahm ich drei Bomben aus der

Brust, die Schmerzen waren ihm zugroß; wohl ihm, er ist die Juden los!

7. Es hatt' ein Mann in Langen-salz ein'n Centnerschweren Kröpf amHals, den schnürt' ich mit dem Herum-sei! zu, probaltim est, er hat jetzt Ruh!

8. Au Leipzig nahm ich einem Weibzehn Fuder Steine aus dem Leib. Derletzte war ihr Leichenftein. Jetzt wirdsie wohl kuriret sein.

9. Das ist die Art wie ich kurir',sie ist probat, ich bürg' dafür. Daßjedes Mittel Wirkung thut, schwör'ich bei meinem Doctorhut.

Volkslied.

«»14 Der Tod.

1. Gestern, Bruder, könnt ihr'sglauben? gestern bei dem Saft derTrauben, stellt euch mein Entsetzen für,gestern kam der Tod zu mir! Hop,Hop, Hop! Vivallerallera!

3. Drohend schwang er seine Hippe,drohend sprach das Furchtgerippe: Fortvon hier, du Bacchusknecht! fort, duhast genug gezecht!

3. Lieber Tod, sprach ich mit Thrä-nen , solltest du nach mir dich sehnen?siehe, da steht Wein für dich! LieberTod, verschone mich!

4. Lächelnd griff er nach dem Glase,lächelnd trank er's aus der Base, aufder Pest Gesundheit leer; lächelndstell't er's wieder her.

5. Fröhlich glaubt' ich mich befreiet,als er schnell sein Drohn erneuet:Narr, für einen Tropfen Wein denkstdu meiner los zu sein?

6. Tod, bat ich, ich möcht' aufErden gern ein Mediciner werden:laß mich, ich verspreche dir meineKranken halb dafür.

7. Gut, wenn das ist, magst duleben, sprach er, nur sei mir ergeben.