Buch 
Jürg Jenatsch : Eine Bündnergeschichte / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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das Wiehern eines Pferdes, sonst blieb Alles still. DasBrausen der Wildbäche aus der Tiefe war, vom Nebel ge-dämpft, dem Ohre kaum vernehmbar. . . . Jetzt löste sichvon dem fernen Rauschen ein leiser Heller Ton ab, einGeklingel, das nun verwehte, und nun nach einer Pausedeutlicher emporstieg. Wieder verklang es und hub vonneuem wieder an, diesmal näher und lauter, als kröchees die Bergwand herauf, den Windungen eines Pfadesfolgend. Lange horchte Maser wie im Traume diesemlieblich unheimlichen Bergwunder zu; jetzt aber schlug derTon von Menschenstimmen an sein Ohr. Offenbar warenes Reiter oder Säumer, die ihre Thiere antrieben, und sein Schluß war rasch gezogen die vom Wirtheerwarteten Gäste.

Er legte sich flach auf die Erde, um nicht sichtbar zuwerden. Er wollte wissen, wer ihn seines Nachtlagersberaube. Nach geraumer Zeit erreichten zwei Maulthicredie Höhe, zwei Reiter sprangen ab, offenbar Herr undDiener, bestürmten mit einigen harten Schlügen das sofortsich öffnende Thor und wurden vom Wirthe diensteifrig indas noch immer erleuchtete Haus geführt.

Unwille und Neugier stachelten den jungen Zürcher.Wie neubelebt sprang er auf und umschlich die geheimniß-volle Festung. Er erinnerte sich des Feuerscheins, der ihmbei der Ankunft entgegengeleuchtet und der nicht von derHofseite gekommen sein konnte. Richtig, da war an derRückseite des Hauses das einzelne Seitensenster mit seinerdurch ein schweres Eisengitter flammenden Helle. Er schwangsich auf die Ruine eines an die Hausmauer gelehnten Ziegen-