stalles und es gelang ihm, in die Tiefe des rauchigen Ge-maches zu blicken.
Da stand am lodernden Herdfeuer eine steinalte Fraumit einem grundehrlichen Gesichte und hielt eine Eisen-pfanne in der Hand, worin Bergforellen im prasselndenFette brieten. Ein bleicher Bursche, dessen krankhaft starreZüge in dem Schwalle des dunkeln verwirrten Lockenhaaresfast verschwanden, schlief, in eine Schashaut gewickelt, aufeiner Steinbank im Hintergründe.
Jetzt galt es klug sein. Maser, als angehender Diplo-mat, suchte erst lauschend sich die Situation klar zu machenund dann den Punkt zu finden, von welchem aus er sichderselben bemächtigen könnte. Der Zufall war ihm günstig.Der bleiche Schläfer begann mit einem ängstlichen Traumezu kämpfen; erst warf er sich ächzend hin und her, voneiner Seite aus die andere, dann richtete er sich plötzlichmit geschlossenen Augen und einem Ausdrucke stumpfenSeelenlebens auf, ballte die Faust, als umschlösse sie eineWaffe, führte einen Stoß und stöhnte mit dumpfer Traum-stimme: „Du wolltest es, Santissima!"
Jetzt setzte die Alte rasch ihre Pfanne weg, faßte denTräumer unsanft an der Schulter, rüttelte ihn und riefihn an: „Erwache, Agostin! Ich will Dich nicht längerin meiner Küche. Das sind nicht die Träume des Erz-vaters Jakob . . . Dich plagt der Böse. Fort ins Heu!Und der Herr behüte Dich vor den Fallstricken derHölle." —
Die langlockige, schmale Gestalt erhob sich mit gesenk-tem Haupte und entfernte sich ohne Widerrede.