Buch 
Jürg Jenatsch : Eine Bündnergeschichte / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Die Alte nickte ihm zu, den Finger auf den Mundlegend, und verschwand. Jetzt knarrte ein niedriges Pfört-chen neben dem Ziegenstalle, Maser kletterte hinunter undwurde von der Alten, die seine Hand ergriff, über einpaar dunkle Stufen hinauf in die Küche gezogen.

Ein warmes Kämmerchen findet sich wohl, dasmeinige!" sagte sie, auf eine Leitertreppe neben dem Rauch-fange deutend, die zu einer Fallthüre in der gemauertenDecke führte.Ich habe die ganze Nacht am Feuer zuthun, die Herrschaften drüben setzen sich eben erst zuTische. Haltet Euch droben still, Ihr seid dort sicher,und einen Diener am Wort werd' ich auch nicht verhungernlassen."

Damit reichte sie ihm die Ampel, er stieg ohne wei-tere Umstände die Leiter hinauf, hob mit der Rechten dieThüre und trat in ein nacktes kerkerähnliches Kämmerchen.Die Alte folgte ihm mit Brot und Wein, trat dann durchdas Seitenpförtchen in der Wand in ein, wie es schien,weites lustiges Nebengemach und kehrte mit einem ansehn-lichen Stück gedörrten Schinkens zurück. An der Wandüber einem wenig einladenden Schrägen hing ein großes,massiv mit Silber beschlagenes Pulverhorn.

Das, Herr," sagte daraus deutend die Alte,will ichmeinem Sohne morgen schicken. Es ist das Erbe von sei-nem Ohm und Pathen, ein hundertjähriges Beutestück ausdem Müsserkriege."

Nach kurzer Zeit streckte sich Maser aus das Lager undversuchte zu schlafen, aber es gelang ihm nicht. EinenAugenblick war er eingedämmert, Traumgcstalten bewegten