Buch 
Jürg Jenatsch : Eine Bündnergeschichte / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Was Du für meinen Sohn, den Pfarrer Alexanderin Ardenn, mitzunehmen hast, werd' ich Dir morgen inder Frühe, wenn Du hier Deinen Tragkorb holst, selberobenauf binden!" rief ihm die Alte nach und setzte dannkopfschüttelnd hinzu:Eigentlich sollt' ich dem PapistischenQuerkopfe das theure Erbstück nicht anvertrauen!" . . .

Das könnt' ich Euch besser besorgen, gute Frau,"sprach Maser mit Vertrauen erweckender Stimme zwischenden Eisenstäben hindurch ins Gemach hinein. Ich gehemorgen über den Muretto ins Veltlin zu Pfarrer Jenatsch,dem Freunde und Nachbar Eures würdigen Sohnes, HerrnBlasius Alexander, dessen Name mir wohl bekannt ist, denner hat ein gutes Gerücht in protestantischen Landen. Wohl-verstanden, wenn Ihr mir bis zur Frühe ein trockenesSchlafplätzchen anweisen könnt, denn der Wirth hat michandrer Gäste wegen ausgeschlossen."

Die Alte griff erstaunt aber unerschrocken nach ihrerOellampe. Das Flämmchen mit der Hand gegen den Luft-zug deckend, näherte sie sich der Fensteröffnung und beschautesich den durch das Gitter redenden Kopf.

Als sie das heiter kluge junge Gesicht und die wohl-anständige Halskrause erblickte, wurden ihre scharfen grauenAugen sehr freundlich und sie sagte:Ihr seid wohl auchein Prädikant?"

Ein Stück davon!" antwortete Maser, der in seinerHeimat nicht leicht eine Unwahrheit sagte, aber auf diesemwilden unwirtlichen Boden den Umständen etwas ein-räumte.Laßt mich ein, Mütterchen, das Weitere wirdsich finden."