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Kkrchttr. Historie Neues Testamentes
mit mm "der Zulaufs dssto grösser wäre , versprach er! Wind verlieb nehmen. 'Uberdiß trieb man Schektzauch denenjenigcn Ablaß / welche die Kirche im Latc- mit I7arrens-Possen auf der Cantzel, und wer die Zu
ran besuchen würden, da bisher nur die Kirche Pctriund Panli zu solchem Zweck erlaubet wordene) VkL-Zb!V8 Vl. verlegte biß Fest guf zz. Jahr nach derZahl der Jährendes Alters Christi ; r) die eigentlicheUrsache aber war, daß er auch was von solcher Erndte geniessen möchte , in welcher Absichtes auch LObU-r?,LiV8 !X. schon Ao. IZYO. wiederholcte, lind derge-stalt, da es auch 1400. wider kam, sich desselben zwey.»naht crfreyen kante, u)
M.
Was hat man bey dem Orte dcs Gottes-Dlcnstes anzumercken?
Wenn neue Kirchen angeleget wurden, so hatte manauch nach und nach besondere Ceremonien erfundenden ersten Grund-Stein darzu zulegen, um den Aber«glauben von einer dcrgleichenOertern anklebenden Hei-ligkeit dadurch zu vermehren. E« inuste nemlich einBischofs, oberem anderer Priester, so von dem Bischoffe die'Macht darzu empfangen, nach ausgegrabcnenGrunde zugegen seyn, und den Ort mit Wcyhwasscrbesprengen/damit dieTeufel nach ihrem Wahne möch-ten vertrieben werden. Hierauf legte er mit eigenesHand den ersten Grundstein, welchen nun, mit einemCreutze bezeichnet hatte, x)
Doch band man sich nickt allemahl so genau an die.se Vorschriffr. Als die Ulmcr Ao. i Z/7- ihre Pfan-Ki'rche in die Stadt versetzten, und der Platz abgccb-net, dcvGrnnd aber emgegrabrn war, ktzmcn dieCle-risey,rcr Rath, und das Volck dahin, und der Bür-germeister (-kUO oder trafst, nebst der. Vornehm-sten der Stadt legten den ersten Scei», und opffertn:sogleich auf silbigui, als auf eine»! Almre, der Bür-germeister ivo. Rheinische Golb.GnIden,nnddie an-^dern von den Vornehmen bis zu den Geringen einjeder nach seinem Vermögen, welches denn nicht ein-sleine Summe ausmig, und nachmahls zu denen VanKosten verwendet ward. x) -Hicrb-y wird aber weder des Weihwassers noch deöCreutzes anf dem Stei.ne erwähnet.
Über die unnöthige Menge der Küche» ward vonunterschiedenen nicht wenig geklaget. -)
IV.
Was hat man bey dem Gottes Dienstezu bcmerckcn ?
Dieser ward in dem aus vorhergehenden 8cculi5 bekannten Aberglauben und abgöttischen Wesen fortges-tzet. In den Predigten setzte man entweder die Heil.Schrisst gar auf die Seite, oder drchcte dieselbe nachGefallen. Man brachte seine eigene Träume vor, undpradlete mit selbigen auf der Cantzel. Solchergestaltmnsten die armen Schaafe an statt der Weide mit
l4«n ibiä. p. 1747. r) U>i 4 . p. 1752. ,1) Iliiäemp. 1754- x ) V8 8pecul»tvr In r»lion»li äininn-
rum oKciorum lib. !. c. l. kk^V8LttlV8 4 e monzlte
rÜ5 Oermsmse », Viel. OL libro <le
re 5 orm«iooe sceieüse.
Hörer am meisten zum Lachen bewegen konte, der brü«stete sich, als ob er nicht mehr Raum in seiner Kuttenhätte, s) Das übrige Elend bey dem Güttes-Dien»sie ist aus diesem^eickt zu beurtheilen, und auö denvorhergehenden Zeiten zu wiederholen-
V.
Was sind sonst noch vor Kirchen-Gebraucheund Ceremonien zu mercken ?
IOlMd1bIL8 XXII. verordnete Anno 1325. daß dieGlocken gegen Abend dreymahl solten angeschlagen,und dabey eben . so viel mahl der Engliche Gruß her-gebethet werden, b)
Es sihlete auch nicht an Oanonil^rionen. lOll^dl-^ bI K8 XXU. erkläret« , einen Bischoss von
Herford, Ao. 1320. vor einen Heiligen, weiter beyder Messe stets geweinct, alle Tage die Buß Psalmcn,Litancyen und das Otlictum vor dieTodtcn-hergeplap.pert; die liciisin, wenn er auSgeritten, creutzweiß umsich gewunden: an der Mitwoche kein Fleisch gegessen,und des Frcyrags keinen Wein getruncken ; ein bannHemde auf d m Leibe getragen; sich mit einer knotich»ten und rauhe» Binde zweyer queer Hände breit, zu-weilen auch mit Ketten gegürtet, und was dergleichenPha»taste,cynr mehr sind, daran man eher was albe--rce und heuchlerisch affectirtes, als was gottseeligesund heiliges gewahr wird. c) Eben dieser Pabst ca-Iionilircte auch Ao. IZ2Z.und andere.
Die Abgöttern- mit den Reliquien zu vermehren,ließ VKL.^V8 V. den Cörpcr l «OX-i/eL ä<2Vlbl?r.118 zu bollbneuve auSgegrab n,mnd schenckte den rech-ten Arm davon dun Frantz es scheu Königec-lsuso v.in das Convcnt der Jacobitcn zu Paris, bey dessenÜberreichung der Abgeordnete sprach : Ich schwere,d,H dieses-der wahrhafte Arm des Heil. ikiO-von ^(chVid^o seyn soll, und bethe selbigenzum Zeugnisse dessen mit aller Ehrerbietung an. sslDas Haupt und den übrigen Leib des besagten Heiligenverehret« eben dieser Pabst nach l'oulouie, wohin dieseReliquie mit grossen iolenmtätcn gebracht wurde- DieUrsache war nickt nur das Verlangen der Dominica,ner von 1oulouie nach diesem Cörpcv, sondern auch diedaselbst neu aufgerichtete Universität, wie sich dennder Pabst crklärcte: Er wolle, daß die Theologiedaselbst auf die Lehre dieses Heiligen gegründetwerde; gleich als ob die Lehre Christi und der Apostelin Heil. Schrifft nicht mehr hinlänglich wäre , einenrechtschaffenen Gottes - Gelehrte« vollkommen znmachen, e)
Da«
-) l)^>HK8 in L-r,I. kett. verik. lib. lg. PS 8 - 772 .b ) VOUrvOK. VLK6H.IV8 Iib.6. c.i2. c) 8k/eIEK.>11V8 tt. e. s-c. 14. p. 1744. ä) ttk>!8cttp.rqlV8 L k/r-in sÄir 8 snÄsrum »4 4.7. !et,rüi in -tdVI,e) Viä. kiKor. illius ^r,nsl»lioair «xuäVVdl Um. I. p->8-7Z2. /