Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

x v.8ecu!um V.Lap. von dem äusserlichen Zustande der Kirchen in Franckreich.

55

meynen, daß sie eine HIaicreM- eines gewissen Herrn gewe- Neapoliönicht beystehen würde,welches er auch sofort nachsen, der sie also angestifftet, nachdem er dem Könige gerne seinerCrönung leistete; wiewohl er folgende! den Pabst mitgeholffen wissen wollen) und sich erinnert, dassmehrmahlen allerhand Verordnungen verirrte, welche eben so viel, alsdergleichen außerordentliche Erfindungen gelungen wä- die 83nölio kragmacica, hiessen.

rcn, l ) und ist wahr, daß man in allerhand Historien der-gleichen Exempel antrifft, und daher nicht nöthig hat, so-gleich jedwede solche Zufälle vor göttlich auszugeben.

Das ist indessen gewiß, daß sich CäXvl.V8 nach der

Seiner lncrjßuen , welche die Politische Scribentenweitläufftig erzehlen, nur kürtzlich, so viel zu nothdürffti-gcr Beleuchtung des Zustandes von Franckreich erfordertwird, zu gedencken, so nahm er sich gleich bey dem Antritt

Zeit wieder erhöhtet, und die Engelländer, die sich vor dem seiner Regierung vor, die Grossen des Reiches, und son" - ^ ^ ^ nach. '' ' " ^ ^

fast von gantz Franckreich Meister gemacht hatten,und nach wieder auö dem Lande gewiesen, g)

Das merckwürdigste in der Kirchen-Historie ist die8A>!LI/0 , welche er Alt!

Franckreich aufgerichtet. Die Gelegenheit darzu

derlich die mächligenHertzoge vonBurgund undBretagnezu unterdrücken.

Diesemnach schaffte er bald anfangs alle Bedienten deswelche er Anno 1458. in, vorigen Königes ab, schloß die Printzen vom Geblüthe von! Gelegenheit darzu gab denRegierungö-Geschäfsten aus, und gebrauchte lauterdas Baselische Concilium , welches einige Verordnungen, Leute von schlechter Ankunfft, wiewohl er meistens seinemdie mißgebrauchtc Gewalt des PabsteS cinzuschräncken? eigenen Kopffe folgere.

gemacht Hatte, lmd solche dem Könige in Franckreich zur Indem nun dieses die Printzen, so seine Absicht leichtBestätigung uberschickre. Aus dresen Verordnungenjnierckten, nothwendig verdrießen muste, so machten sie einnun verfertigte man eme ffanÄ.onem peagm-nicam, wel- geheimes Bündniß, das folgends lüg- Koni publici ge-

chedasParlcment zu Paris das folgende Jahr conkrmrere. Sie besiund darinnen, daß man frei) in derp)ählder Bisthösse u«rd Prälaten nach) den ersten Ge-wohnheiten richten, das Ansehen eines allgemeinenCcmcilü über den pabst seyen, die gmkiar expcölaciuazgäi'.ylich) absthaffeir, nicht gleich an den pabst, son-dern znförderst an die mnern geistlichen Instan-iztn stustenweist appelliren, und andere dergleichenDinge mehr zu Abkürzung der päpstlichen Tyran-nev beobachten solre. h)

Ob nun wohl dieser König durch viel kluge und tapffereThaten sein Gedächtniß bey der Nachwelt rccommenäiretHatte: so beschwärtztc er doch solchen Ruhm durchseine verbothene Liebe bey vielen Kamellen, welches manzwar in Franckreich vor eine gemeine Mode, und also vornichts neues anzusehen hat.

PVDOVICV8 XI.

König 1461. bis 148;. alt 60. Jahr.

WaS vor ein Gemüth in diesem Herrn gewöhnet, wird

nennet wurde. Die Ligisten wüsten auch ihre Sache soverborgen zu tractiren, daß der König nicht eher was da-von zu wissen bekam, bis sie 146;. mit ihren Völckern aufeinmahl ins Feld rückten.

Hieraufgeschach die Schlacht bey Xlonlkeri, worinnensich zwar keine Parthey eines Vortheils rühmen konte,dochdie Llgisten Meister von der Wahlstatt blieben, und so-denn vor Paris rückten, welches sich bey nahe ergeben hät-te, wenn nicht der schlaue König indessen Mittel gefunden,mit den Printzen einen Vergleich zu treffen, und sie zu tren-nen ; wiewohl die Flammen nachmahls immer wieder aufsneue ausbrachen, indem der König nicht abließ sein Vor-haben durchallerhand List und Verrätherey zu befördern.

Unter andern verhetzte er Anno 1463. die Stadt Lüttichwider den Hertzog von Burgund, und damit der Verdachtnicht aufihn fallen möchte, gab er dem Hertzoge zu gerön-ne mit einer geringen Licorre eine Visite, welche ihn aberzum Gefangenen machte, indem der Hertzog die Untreu

ma^lddarEM^

Vater, dem vorhergehenden Könige, schon bey Lebens-Zei- ^ ^'".^rtzoge was er verlangte,

tcn allerhand Unruhe gemacht. Er war nemlich zu einer! davon er doch nachmahls nichts zu halten Wachte, welcheunersättlichen Herrschsucht geneigt, und weiter die KunffWttose FaWheir eine der vornehmsten Staats - Maxr-sich zu verstellen nach dem Spruche libcrii: Hui nelcikl'"EN drefts >onigeS gewesen. r»

rlitlimulare, nelcitregnare; vor daS beste Mittel hielt, ZU ^c

fernem bochmüthigen Zwecke zu gelangen, so befliß er sich jdurch scn>e Rancke und Tuckc vrelfaltig seinen Zweck , un-

darinncn einen rechtes,Meister abzugeben. Dicscmnach ^66- die Normandre, undiagtede« Hcttzog

auf dessen Lande an sich, und hatte auch das Glück, dieGrafschasften Anoi; und Burgund an sich zu bringen.

sich blicken, indessen sein Hertz mit Geitz, Argwohn, TreuIosigkeit,Rachgier, Arglist und dergleichen lieblosen Be-gierden erfüllet war.

Er hatte noch als Dauphin dem Pabste versprochen, dieobgcdachte 8anlgjonem pragmaricsm, welche man zu Romgar nicht leiden konte, abzuschaffen, wenn dieser hinwiederum dem Könige von Aragonien in seinen Rechten auf

nachdem der Hertzog von Burgund cä»oi.v; »vv.^ vorden Schweißern gefallen war; wiewohl er alle seine Lan-de hätte behaupten können, wenn er die angetragene b!a-der Burgundischen Erbin mitdun Dauphin

_ ^ nicht abgeschlagen, und solchergestalt dem Ertz-Hertzoge

k) vv tt)it.t.^«<i- I'et-r Kr 3 «ce Iib. 2 . p. IZ8. Gelegenheit gegeben hätte,-Nebst dieftr

v^c-ri Zib^lir kranc. VL 4e >:tz-lBraut das meiste von der schönen Erbschafft an sich zu

IM, 8- krrnce. p, 1°. 2 . p. 1o;6 se-;-,. ß )!bringen.

in iMoris 3 6OlltzkKM0e8ik-. DiOtt Als ihn der Schlag I4?I. kurtz nacheinander zweymahl8H<Kl.kr.k^kiK!V5 r)j. 4580 >iv 8 . r^vi.vL4Lt4tt4V8. -lii. geruhrethatte, erinnerte er sich seiner Sterblichkeit, undh) ttLivc-üLkVL in IM. ?3s>.,r. K. 147. ktzikcv8 Ok j machte mit 8i4n»iii.lLuo , mit welchem er sich bisherowe-

L4 lir coacoröi» sucersooi Se iaiperii. gen