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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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XVI. 8eculum. I. ^sp. Von den Evang-lisch-Lttterischen Lehrern.

Muthe / daß er sie sich von der Zeir nicht aus seinem Sinnejten Hatte er es zwar so weit nicht gebracht, alsschlagen konte, und in dem innersten seines Hcrtzcnsnmnn und , in der Theologie aber übertraff er

gieichjam stets erschallen hörete Als er auch kurtz her-j alle / und verstund doch von Sprachen und Ncben-Wls-nach Anno i;io. im Nahmen seines Klosters nach Rom.sensthassten soviel / als zu seinem Amte gehörere

rechte / und nach dein gewöhnlichen Aberglauben die sogenannte Heil. Treppe daselbst auf den Knien hinaufstieg/ so ward ihm nicht anders zu Muthe/ als russk'rhm eine schreckende Donner-Stimme ins Hertz: Der

Sein Hertz war voller Gottes-Furcht / Andacht undEifer ohne Verstellung und Scheinheiligkeit. Sein Le-ben und Wandel musten alle Leute billigen/ und seineSitten waren so unschuldig/ daß auch die Feinde mit

Gerecl-re wird seine» Glaubens leben; welches ihn Bestand der Wahrheit nichts an ihm zu lästern fandenfolgendes antrieb die Lehre des heilsamen Glaubens gründ- n ) Im Gebeth war er inbrünstig und sehr fleißig/ n) injich zu untersuchen, i) der Demuth rechtschaffen , in dem Wercke GOktcs

Auf besagter Römischen Reise wurden ihm die Papi- standhaffl und unerschrocken / und durch die Freudigkeitsiischrn Greuel und Atheistereyen gar sehr offenbar; da- des Heil. Geistes so voller Muth/ daß er bekenmte, p)Her man die göttliche krvvnlenr auch in diesem Stücke,wenn aucb zu fVorms soviel Teufel,^rls Zicczclirmir ehrerbietiger Hochachtung zu bewundern hat; wie Aufden DäGern gewesen waren, so wurde er dock)er denn selbst offt über Tusche zu sagen pflegte: Er besternt unter sie gesprungen seyn. Vom Geld-wolle nicstt tausend Gulden davor nehmen, daß i Gcitz war er so entfernet, daß auch seine Feinde klug-er diese Reist nicht solre gerkan basten. ken, die Deutschen Bestien achteten kein Geld; q)

Wenn er die Misse zu Rom nach seiner gewöhnlichen und solches sonderlich auf ihn -^chic-reten; ja, einstensArt sehr langsam und andächtig las, so wurdessindessen sss-M er seiner Frauen über dasPachen-Geld, als erauf dem bcystchenden Altare wohl 7. Messen verrichtet, nichrö anders hatte einen nothdurfftigen Mann zu bega-nnt' die Mchknechre russtcn ihm zu: , uilQ-, fort,

fort, und schicke unserer Frauen ihren Sosttr baldwieder stelln. Andere erzchletnr ihm über Tische, daßetliche Pfaffen mit den Worten coniearweten:

öc psnir VINUM ez, äc m-nel>i; k)

Welche und andere daselbst angemcrckte Boßheiten stV-1 bll^VXl nicht wenig ärgerten und ihm einen grossenAbscheu vor dem Römischen Wesen einprägten.

Nach seiner Zurückkunfft ward ihm die Würde einesvoölorir 1 beolcij-i angetragen / und als er sich dagc-

nichrö andere hatte einen nothdürsstigen Mann zu begben. r) Seine Aufrichtigkeit und Redlichkeit leuchtetaus der gantz- n Historie und aus seinen Schrisstcn zurGnüge hervor, daß keine, als diejenigen, so ihre eigeneBoßheit verblendet hat, daran zu zweifeln Llrsachfinden.

Gleichwie man ihn aber vor einen Ausbund eines gött-lichen Lehrers und Heroischen Streiters IEfu Christimuß paßl'ren lassen: also kan man ihn, als einen Men-schen j nicht eben von allen Mängeln frey sprechen. Wie-wohl leicht zu erstben, daß die Macht der göttlichen Gna-

gen wegerte und mit seiner Jugend und Leibes-Schwach- d- in ihm seine Schwachheiten weit übertreffen, und esheit entschuldigte, sprach Staupitz: Es star das Am daher das Ansehen gewinnet, als wolle man jene verklei-scstrn, als werde GOtt im Himmel und auf Er- ''erst/ wenn inan die Augen mehr auf diese zu werffenden bald vrcl zu schaffen bekommen. und al'o hat Lust hat. Es muß daher Natur und Gnade auch beyer solcher jungen vonnötsten. Ibr le- diesem seltenen Manne wohl unterschieden werden.Dre-

se hat beständig bis an sein Ende die Herrschafft behal-ten, obwohl jene auch denn und wenn gezeiget, daß erin Sünden empfang n und gebühren gewesen . und alsoauch unter den Hetligm GOkkes keiner ohne Tadel an-zutreffen. Hö her g höret nun feine gross aus seinemfeurigen Temperament entspringende Hesstiakeik, nachwelcher er zuweilen gar zu harre Redens-Arten a acnsinc Feinde, ob st? auch schon g--cröme Häupter wa-ren, gebraucht; wiewohl er beyzufügen pfleget, ersehe

I-'.

der uun oder sterbet, so bedarffeuch GGrein seinein Rarste. Er muste also Kraffr seines Kloster-Ge-horsams folgen, und empfieng die Unkosten darzu vondem Churfürsten. I)

Wie eifrig und amsig er bey dieser Würde das Werckdes HErrn g.tri ben, und die Kirche aus der bisherigenFinsterniß und Gefängniß errettet hak, wird man un-ten bey der ReformatioiiS-Historie bemcrckcn: Hier ist

nur noch nö hig ein eigentliches Conkrefcy von diesem ^ ^ ^ ,

trefflichen Manne zu geben, aus welchem sein gantzes solche m diesem Stucke als Feinde GOkkes an. End-Lebeu zu beurtheilen. stich tadelt man auch seine Schertzhaffkigkeit im Reden,

Seine Gelehrsamkeit und sein Verstand in heiliger! w stehe die >E„inische Lomp!-.-xinn andeutete, und zu-Seiiriffr war gantz uiwergleichlich. Die Lebbafftigkeit weilen wider seine lmemion, zumahl seinen Widerwär-' ^ ' ' tigen anstößig gefallm.

Was seine Leibes- Gestalt belangst, so war er mtttst-mäßiger Statur, ured in seinem mittlern Alter wegenvielen Skudierens so mager, daß man faC alle Rib^enan ihm zählen konce. Indessen hatte er natürlich starcke(m) z - MkL

feines Ingenii, und die Schärfst sciiice ku-inn' zogen sowohl im Disturiren als I> -ciren und Predigen ieder-nianns Aufin'rcksamkeit, Beyfall rind B wunderwigNach sich, und seine Worte, die er mir einer guten Be-rettsamkeit vorzutrag'n wirst-', drungenzu Hertz?". Daßder H il.G ist bey diestn Gab:n seine Mttwürckung ge-habt, wird keiner leugnen, als der sel' ige nicht verste-het. In der Omc und andern weltlichen Wiffnschaff-

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