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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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XVI. Zeculum. VII. Von den Nebensachen.

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einigen GOtt welchen sie den obersten Himmels-Txäy-scr benenneten, e) wiewohl sie nach und nach in Irrthü-mer verfielen, daß sie GOtt unter dem Nahmen desHimmels und der Erden anbetheten, weil sie glaube-ten, Himmel und Erde hätten eine Seele/welche sie ebengöttlich verehrten, u)

Es befindet sich aber ein Unterscheid des Götzen-Dicn-stes in Sina nach den z. Secren, welche daselbst von lan-gen Zeiten Her im Schwange gegangen. Solche sind

1. Die Secre der Gelehrreit.

2 . Die Secte 8cieguia.

z. Dre Secce l-suru.

IX.

Was ist von der Secte der Gelehrten beyden Sincsern zu merckm?

Diese Secte ist die älteste in Sina und hat den Vor-zug vor allen andern. Ihr Urheber ist der berühmteSinesische kbiI«lopi-.u; LO!8ipVHV8 , welcher 451.Jahr vor Christi Geburt anS Tageö-Licht gekommen,undnach 70. Jahren dieWckt wiederum verlassen hat. SeinWandel war so beschaffen, daß die Sineser glauben, erhabe es allen sterblichen Menschen an Heiligkeit des Le-bens zuvor gethan, x) Er trug alle Lehren der altenriüloi-rpbomm in 4. Büchern zusammen, welchen ernoch stm eigenes als das funjfre, hinzu gethan. ,Hier-nechst hat er nebst seinen Discipeln noch vier Bücherzusammen getragen , und diese neun Bücher sind inSina die ältesten, y)

Besagtem c^OblfVHO ist in jedweder Stadt, darin-nen sich eine Schule befindet, eine prächtige Capelle ge-bauet, worinnen im neuen und vollen Monden die Obrig-keit der Stadt nebst den jüngsten 6^<-c3laurei5 diesen ih-ren Lehrer mit Niederfallen, Wachö-Kertzen undRauch-werck verehren, ihm auch mancherley kostbare Speisenvpffern. ,

Was nun den GoqemDicnst dieser Secte betrifft,so verehret sie zuvorderst einen einigen GOtt, der alleserhalte und regiere. Die Schöpffuug aber schreiben sieihm nicht zu, indem sie'lehren, daß die Welt von Ewig-keit gewesen. Diesem höchsten und einigen GOtthaben sie keinen Tempel noch besondere Priester und Got-keS-Dienst gcstifftet. Es darff ihm auch niemand opf-fcrn, als allein der Käyser, wi.wohl es Heutiges Tagesvon seinen fürnchmsten Rcichs-Rathen geschiehet.- DieTempel dazu sind in den Haupr-Scadtcn Banking undkck-ng, davon einer dein Himmel, der andere aber derErden geweyhct lst. Die Opfer bestehen in Ochsen »ndSchaaftn,die man schlachtet, und allerhand Ceremonien^dabey beobachtet.

Nebst diesem einigen GOtt verehret diese Secte nochmancherley Geister der Berge, Ströme, und der vierTheile des Erdbodens durch Opffcr und andere Ceremo-nien , doch ist solch Opffern niemand andern , als denGrossen des Reichs, erlaubet.

Du- besonderste Ceremonie dieser Secte, welche Höh-und Niedrige ohn Unterschied beobachten müssen, bestehetin der vielfältigen Besucknng der Todten-Grab r,bey welchen sie jährlich ihren Eltern und Groß-Eltenr

r, Ncuhoffs Gesandtschafie na<r- 6n>a. u) wem ib.rt.

x. 2z6. x) ibiä, x. .zs. ic. j>. 2A7. /) tä. j>. ZsZ.

nach dem Tote eben die Ehre beweisen, als ob ste noch imLeben waren, indem sie ihnen nemlich tieffe Reverentzmachen, und allerhand köstliche Speise und Tranck vor-setzen.

Sonst bestehet die Lehre der Lonfutianer kürtzlich da-rinnen, daß sie nach dem höchsten Gute oder der Voll-kommenheit trachten, wodurch sie nichts anders als dieperkeäUon des Verstandes und Willens verstehen, wor-zu sie durch die Anweisung des Lichtö der Vernunfft zukommen sich bemühen. Von dem Ursprünge derwckc haben nicht alle einerley Meynungen, indem selbi-ge von etlichen, wie abgedacht vor ewig gehalten wird;andere glauben, es sey alles ohngcfehr und zufälli-ger V?eise entstanden, noch andere aber einoder einen vermischten Ixlumpen rlaruiren, worausein höchstes geistliches bVesen alles formiret habe;wiewohl diß letztere nicht sowohl bey den neuern als al-ten Sinesern gelchret worden.

Wegen des Ursprungs des ersten Menschen, densie i-voncvvs nennen , haben sie ebenfalls unterschiedeneGedanckrn. Einige sagen, daß er aus einem Buschehervor gekommen, und selbstcn nicht gewust, woer her wäre; andere träumen, er sey aus dem ver-missten FUumpen, als aus einem Ey hervor ge-krochen , und eine dritte Art, welche doch die wenigstenausmachet, erzehlet, Es habe läVX den Mani»l>^di 80 b! unddaskVeib aus nichts ge-

schaffen , u. a. m. H ^

Was ist von der Sinestschen Secte 8ciecMazu merckcn?

Diese Religion oder Secte, welche auch orarork Hess.set, ist 65. Jahr nach Christi Geburt aus Indien oderInäollan nach 8lN3 gebracht worden. Denn es trau-mere einem Sinestschen Käyser, er solle eine Gesandt-schafft nach Indien schicken, so würde er von bannen denUnterricht in der wahrhafftcn Lehre erhalten, welchesohnzweifel auf die Lehre deö Heil. säk?«^l,r>izci,so sel-biger Zeit in Ober-Indim oder Indosian predigte, abge-zielet gewesen.

Allein die Gesandten kamen nur in die Königreiche"kiencio und 8cinic>, welche nach der mehr stcn Vermu-then das heutige 8iam gewesen, und brachten die Lehredieser Secten mit sich zurücke.

Diese Secte redet von einer gewissen Dreyeinigkeit,da sie aus z. Göttern einen zusammen setzet, und solchenin ungeheuren Götzen-Biidern vorstellet. Sonst glau-bet sie einen Ort der Belohnung und der Straffe,darinnen die Seelen, doch nicht ewig blieben, son-dern auf eine gewisse Zeit in einer andern IVelcwieder geb obren wurden, wie sie denn auch dieklc-cempixcla.tin üsmirct, und dieselbe mit allerhand er-dichteten Erzehlungcn behauptet.

Die Nachfolger dieser Secte führen dem äußerlichenScheine nach ein strenges Leben, wohnen in Klöstern oder—__ <ii) 2 Holen,

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