Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

XVII. 8 ecu 1 um. I. Op. Von der Ausbreitung des Christenthums.

Z7r

nen, Sieden, Wippen, Zangen-Zwicke», Quetschen,Schlagen, Zerreissen, Zerhauen, und was der menschlicheVerstand etwa unmenschliches und grausames erdenckcnkan, ward allhier auf die empfindlichste und schrecklichsteWeise mit den armen Leuten vorgenommen, daß es dieHistorien-Schreiber fast nicht gnugsam ausdrücken undbeschreiben können; wobey das mcrckwürdigstc, daßKinder von bis 6. Jahren die schmertzlichsten Mar-tern mit großer Freudigkeit ausgestanden, u)

Ob nun wohl die Christen endlich zu den Waffen grief-ftn, und sich Anno i6;8. in einem Lager verschanz-ten, so wurden sie doch von 200000. Mann angefallen,und, nachdem sie sich männiglich gewehret, und der Fein-de bey 60000. niedergemacht, alle in die Pfanne gehauen.Ja eö kam dahin, daß sich kein Christ im gantzen Laubewittern lassen durffte, und die Portugiesischen Gesand-ten, so 1640. an den Kayser geschickt wurden , musten

Dienst zuwider seyn. T)a die Veränderung innatürlichen Dingen so schon und wunderbar sey,<0 fünde sie nicht weniger in göttlichen undübernatürlichen Dingen ihren Play. Er über-lasse sich also in diesem Stücke, gleichwie in al-len andern, der göttlichen Barmhertzigkric undVorsehung.

Indessen ließ es der König geschehen, daß der Jesuitso mit dem Frantzösischen G sandten,gekommen war, nebst seinen Helffers-Helffern die Christ-liche Religion im Lande pflantzen mochte, worzu sich inkurtzem Nlcht nur der kremier-Minister cc>.>«^i»v5,so ein Ausländer war, sondern auch eine grosse MengeVolcks bekannte. K)

Anno 1688. hakte der Jesuit 1 .scHäkDV 8 den Kö-nig von8i-im dahin perlusäwet, daß er einige Mandari-nen an den Pabst abfertigte. Bey -crAudientz führet«

selbst ihr Lebe» hergeben, wobey der Kayser sagte rw.nnss^Lbl^IMV^, der selbst mit gekommen war, das Wort.auw der Christen GMtt selber nach Japan käme, Die Gesandten wolten dem Pabst nicht den Fuß küssen,fd^uüste er sterben, b) ^ .!daher auch diese Ceremonie nachblieb. Hergegen neige

Die Holländer aber, deren Verleumdungen dieJesuiten gern das gantze Unglück beymessen möchten , behiel-ten freye Handlung, nachdem sie sich blos vor Holländerund nicht eben vor Christen ausgaben, auch versprachen,von ihrer Religion gegen niemanden in dem Lande etwaszu gedencken. i)

XII.

Was ist von der Mssion nach Siam zumerckcn?

ten sie sich mir gebogenen Knien, berühret:» bey Nieder-senckung des Haupts und ihrer spitzigen Hüte, ihre Stir-ne und Brust, sodenn aber auch den Saum des Päbst-lichen Kleides, und schencktcn endlich im Nähmest desKöniges ein goldenes Kästchen 15. Marck Goldes schwer,im Nahmen des StaatS-Ministerö col^Luiu aber einartig ausgearbeitetes silbernes Kästchen von iPfun-den. In dem Credentz-Schreiben hatte der König demPabste den Titul eines Heiligsten Varers gegeben, undversprochen, die Jesuiten und die Christliche Religion in

Anno 1684. schickte der König von Siam, aufVeran- seinen Landen zu dulden. 1 )lassung einiger an einem Hofe sich aufhaltenden Jesuiten So grosses Aufsehen nun diese Gesandschafft machte,eine ansehnliche Gcsandtschasft an den König in Franck- welche doch ihre meiste Einrichtung dem ?.reich, mit welchem cine/Ulisnce geschlossen, und ihm das mochte zu dancken haben , so geschwind siel der gantzefreye Lommercium in dem Slawischen Reiche ockeriret Bau der Slawischen b-lillionen über den Hausfen,nach«wurde. Diese complaitsnce des Königs von Siam zu dem sich in eben dem letztgemeldetcn Jahre durch den Tod

erwiedern, ordnete der König in Franckreich so fort fol>aendesJahr den Ritter dksumolu dahin ab, bey welcherGelegenheit auch mehr Jesuiten nach solchem Königrei-chc gegangen, und das Christenthum darinnen gepredigethaben.

Anfänglich gab der König von Siam dem Frantzösi-schen Gesandten, als er des Christenthums gegen ihn er-wähnete, eine gar seltsame Antwort r Er wunderesich nemlich, daß sich der H.önig in Franckreich soviel um die Religion bekümmere , welche dochGDtt selbst, nach seiner Meynung, dem freyenwillen des Menschen überliesse. Denn so GÖtt,als der Schöpsser aller Dinge gewollt hätte, daßeinerley Religion in der welk seyn sollte, so wür-de er allen Menschen dißfalls einerley Sinn ge-geben, und die mancherley Secren nicht so langegedulrer haben. Es habe GC)tc gefallen durchso mancherley Lreaturen gepreiset zu werden wa-rum solre ihm denn der mannichfaltige Gottes

ri läem p. 2Zi. 198. I. c. ?.VI. c. 2. seÄ.4.

VEI4IV8 I. c. p. 222. seqcz. Lk^8?av8 I. c.

älii. k) V^^L»1V8 I.c. p. 224. OI 58 LkrV 5 «je msrr>nbur in z»p,n l. e. P.25Z. i) V^Lr 4 lV 5 I. c.

ärl„ Linie», cuiir »xxcnä. »tEIidil

des Königes, und die Erhebung eines von den Grossendes Reichs auf den Thron eine gäntzliche Veränderungin diesem Reiche ereignete, m)

XIII.

Wie ist die Ausbreitung des Christenthumsdurch die Lutheraner geschehen ?

Hiervon kan man wenig melden,"weil man sich in derEvangelisch-Lutherischen Kirche mehr bemühet, inwendigzuarbeiten, und die anvertrauet«» Gemeinen zu wei-den, und gegen irrige Lehren zu verwahren, als daß manauswärts gesuchct, die entlegenen Heyden zu Christo zuführen ; wiewohl man gewünschet, daß GOtt treue,geistreiche und ciferigeLcure erwecken, und sie alsApostel zu den Heyden senden möchte, n)

Indessen haben doch die Christlichen Potentaten imNorden Sorge getragen, die angrentzenden und ihnenunterworffencn Heyden nach Möglichkeit, zu Christo zuführen. Bey den Lappländern ließ der König c^ol.v; Xl.

_ (aaa) 2 _ in

lc) 1t^c:N/ckriV8 in ikinerLrio 8i,mens>.

Se8i,m. l) VL l.4 l.VMK8, l-ez-cus 6-»u,-ck8i,mentcr, in Uiri.r-rin. m) Viö. k.^CL8IV8 in pecuÜL»commenk. -!e r-uoiurione. n) SLItlVL-

kvs im Eerlen-Schatz k. z. x. 1450 .